
Der Frauenfussball wächst deutlich. So sieht der Schweizerische Fussballverband die Entwicklung des Frauenfussballs in der Schweiz klar positiv – deshalb soll auf die Saison 2027/28 eine Neuanordnung stattfinden.
Ein kurzer Rückblick: Die Saison 2025/26 gilt als Rekordsaison. Erstmals wurden in der Women's Super League mehr als 100'000 Stadionbesucherinnen und -besucher gezählt. Zum Vergleich: 2022/23 waren es noch knapp 27'000 gewesen. Auch der Schnitt an Zuschauenden stieg in vier Jahren von 235 auf 953 Fans pro Spiel – ein Plus von über 300 Prozent.

Zudem fanden zuletzt deutlich mehr Spiele in den grossen Schweizer Stadien statt, etwa dem Wankdorf, dem St. Jakob-Park oder dem Letzigrund. So waren es in der laufenden Saison 14 Spiele mehr als zuvor (47 Spiele von 108). Dies wohl nicht zuletzt aufgrund der Ligavorgabe, dass mindestens zwei Spiele pro Saison im Stadion der Männer ausgetragen werden müssen.
Die Professionalisierung gilt als grosses Ziel
Die Neuausrichtung basiert auf einem umfassenden Prüfungsprozess. Ein externes Beratungsunternehmen analysierte unter anderem sportliche Rahmenbedingungen, Finanzierung, mediale Einnahmen sowie Governance-Strukturen. Zusätzlich wurden Fans und Klubs befragt und Vergleiche mit europäischen Referenzligen vorgenommen.

Auf Grundlage dieser Erkenntnisse beschloss der SFV, die AWSL in eine eigenständige Aktiengesellschaft auszugliedern. An der neuen Gesellschaft sollen sich auch die Klubs als Aktionäre beteiligen. Die Verantwortung auf Verbandsebene verbleibt jedoch weiterhin beim SFV. Mit der Reform verfolgt der Verband das Ziel, Entscheidungsprozesse zu beschleunigen und die Liga sportlich, operativ sowie kommerziell zu stärken – auch finanziell. Das Budget bleibt jedoch gleich.
Der Zeitplan für die Umsetzung ist bereits definiert: Noch in diesem Jahr erfolgt der Aufbau der neuen AWSL AG. Anfang 2027 soll die Organisation den Betrieb vollständig aufnehmen, bevor im Frühling 2027 die Verantwortung gemäss dem Zielbild offiziell übergeben wird.
Wie sieht die Rollenverteilung aus?

Marion Daube, Direktorin Frauenfussball im SFV erklärt den Hintergrund der Reform folgendermassen: «Klare Verantwortlichkeiten, professionelle Strukturen und eine enge Zusammenarbeit mit den Klubs sind zentrale Bausteine, um die AWSL nachhaltig weiterzuentwickeln».
Die Verantwortlichkeiten in der neu organisierten Women’s Super League werden künftig klar aufgeteilt. Die Klubs bleiben für die Durchführung der Spieltage und Standards zuständig. Die Aktiengesellschaft übernimmt den Ligabetrieb mit Spielplanung, Vermarktung, Medienrechten sowie Marketing und Kommunikation.
Der SFV behält die sportliche und regulatorische Verantwortung. Dazu gehören Lizenzierung, Schiedsrichterwesen, Entwicklung sowie Bereiche wie Finanzen, Recht, HR und Governance. Zudem finanziert der SFV den Aufbau der neuen Struktur: Bis 2030 lässt sich der Anschub für den Frauenfussball mit rund 1,5 Millionen Franken auch etwas kosten.
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