Am Freitagabend hat es im Basler St. Jakob-Park gebrannt. Zwei FCB-Mitarbeitende haben dies kurz nach 21 Uhr gemerkt, als sie im angrenzenden Fitnessraum trainierten, wie der Klub gegenüber watson berichtet. Zeitgleich mit dem Feueralarm informierten sie die Feuerwehr und konnten dadurch noch Schlimmeres verhindern.
Dennoch wurden beim Brand die Katakomben und die Heimgarderobe zerstört, sowie der Physiobereich, der Fitnessraum oder das Management-Büro inklusive Spielermaterial, Laptops und technischer Geräte. Aus diesem Grund beantragte der FCB eine Verschiebung des Auswärtsspiels vom heutigen Samstagabend in Thun. Die Swiss Football League willigte ein und setzte sie für den 18. April, also den nächsten Samstag, um 20.30 Uhr an.
Bei einigen Fans sorgte es für Unverständnis, dass die Basler nicht zum Spiel antreten konnten, obwohl dieses doch auswärts stattgefunden hätte. Medienchef Simon Walter erklärte gegenüber Blue: «Es sieht recht übel aus, alles ist verrusst, wo der Brandherd vermutet wird. Das ganze Spieler-, Trainings- und Trainermaterial ist verloren. Die komplette Matchvorbereitung war so nicht möglich.»
Unter anderem seien alle Haupt- und Ersatzschuhe der Spieler vernichtet worden. Der Materialverlust sei in der Kürze schlicht nicht auffangbar gewesen. «Das Hauptproblem sind die Schuhe», sagt Walter und ergänzt: «Die müssen eingelaufen sein und jeder Spieler hat seine eigenen Schuhe. Da kann er nicht einfach in den Laden gehen und neue kaufen.» Sportdirektor Daniel Stucki fügte beim SRF an: «Mit nicht eingelaufenen Schuhen ist es unmöglich, einen Match zu spielen.»
Der FCB fange bezüglich des Materials, das für Trainings und Spiele benötigt werde, nun wieder bei null an. Das geht über die Schuhe und Trikots hinaus und betreffe auch die Physios, den Fitness- und Athletik-Bereich sowie die medizinische Abteilung. «Wir hatten nicht mal mehr Bälle», berichtet Stucki, «wir mussten bei anderen Klubs anfragen, dass wir wieder Super-League-Bälle bekommen.»
Zur Ursache konnten Walter und Stucki noch keine genaue Auskunft geben. Jedoch werde davon ausgegangen, dass der Brand aufgrund eines technischen Defekts im Saunabereich ausgelöst wurde. «Wir gehen von einem massiven Unglück aus», sagt Stucki. Der 44-Jährige vermutet einen Schaden in den Millionenbeträgen, obwohl noch nicht klar ist, wie gross dieser wirklich ist.
Nun beginne der Wettlauf gegen die Zeit. Ein Auswärtsspiel dürfe in wenigen Tagen zwar bereits wieder möglich sein, doch steht in zwei Wochen das Heimspiel gegen den FC St.Gallen auf dem Programm. Dass die Garderobe bis dahin wieder zur Verfügung stehe, hält Sportdirektor Stucki für unwahrscheinlich. Das Problem sei unter anderem der hochgiftige Russ. Diesen zu entfernen, benötige eine professionelle Reinigung. Medienchef Walter glaubt, die Gästegarderobe rechtzeitig wieder hinzubekommen. «Aber der Heimtrakt ist zerstört.»
Deshalb suche der Klub nun nach Lösungen, um möglichst schnell wieder Heimspiele durchführen zu können. Dass sich Xherdan Shaqiri und Co. womöglich an einem anderen Ort umziehen würden. Zumindest der Trainingsbetrieb scheint sichergestellt. So kann der FC Basel auf dem Gelände der Stiftung Nachwuchs-Campus, die 2010 von der damaligen FCB-Präsidentin Gigi Oeri gegründet wurde, trainieren.
Wie schnell der noch amtierende Meister die Schäden beheben kann, ist derzeit nicht zu sagen. «Die Ermittlungen laufen und dann wird klar, von was für einem Schaden wir reden», berichtet Simon Walter. (nih, watson)




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