Nach achteinhalb Jahren als Präsident des FC St.Gallen darf Matthias Hüppi endlich einen Titel feiern. 26 Jahre nach der letzten Meisterschaft gewinnt der FCSG den Cupfinal gegen Lausanne-Ouchy 3:0 und darf sich damit zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte Schweizer Cupsieger nennen.
Der Präsident trägt neben grosser Freude und riesigem Stolz über den Triumph aber auch Wut in sich. Dieser macht er im SRF-Interview noch im Berner Wankdorf Luft. «Es waren ultraharte Wochen und Monate für mich», berichtet Hüppi. Beim FCSG herrsche nicht immer nur Einigkeit, sondern würden «verschiedene Kräfte» wirken. «Es ist eine meiner Aufgaben als Präsident, zu versuchen Schaden vom Klub abzuwenden. Mit allem, was ich habe.» Im Moment gebe es im Verein jedoch «Tendenzen, die wir nicht akzeptieren werden».
Worum genau es sich dabei handle, wollte Hüppi zum jetzigen Zeitpunkt nicht definieren. Schliesslich würden öffentlich ausgetragene Streitereien nur Verlierer hinterlassen. Doch äusserte der frühere SRF-Moderator sein Unverständnis: «Es ist unvorstellbar, dass in der besten Phase in der Geschichte des Klubs nicht alle geschlossen hinter ihm stehen.»
In der Vereinsführung des FC St.Gallen gab es in den letzten Monaten Differenzen zwischen dem Verwaltungsrat und den Aktionären. Im November wurde Unternehmer und FCSG-Aktionär Patrick Thoma in den Verwaltungsrat gewählt. Dieser hatte im Vorfeld davon gesprochen, dass das Aktionariat «langfristige Risiken» bei der Führung des Klubs erkenne und deshalb einen Vertreter aus den eigenen Reihen im Verwaltungsrat haben wolle.
Dies sorgte für Ärger bei Hüppi und den vier weiteren bisherigen Vertretern im Verwaltungsrat. Schliesslich einigte sich dieser mit dem Aktionariat im Jahr 2018 zu Beginn der Ära Hüppi auf eine klare Aufteilung. Der Verwaltungsrat solle unabhängig arbeiten können. «Eine Vermischung der beiden Gremien ist Gift für einen Verein», hiess es damals vom Verwaltungsrat. Dementsprechend negativ fassten Hüppi und Co. das Vorgehen der Aktionäre auf.
Der Unterstützung der Fans kann sich Hüppi aber sicher sein. Nachdem der Cupsieg feststand, zeigte die FCSG-Kurve ein Banner mit der Aufschrift: «Hinter dem Triumph stehen die Richtigen – Danke Beni, Patrick G., Christoph, Peter und Matthias!» Benedikt Würth, Patrick Gründler, Christoph Hammer, Peter Germann und eben Matthias Hüppi sind neben dem im November gewählten Thoma die Verwaltungsratsmitglieder des FC St.Gallen. «Wer diese Entwicklung mit Füssen tritt und unserem Klub keine Sorge trägt, wird mit aller Kraft bekämpft», schrieben die Fans ausserdem.
Für die Unterstützung der Anhängerschaft zeigte sich Präsident dann auch «extrem dankbar». Dass rund 20'000 Fans nach Bern gereist seien und auch in der St.Galler Innenstadt Tausende das Spiel beim Public Viewing verfolgen würden, sei «das grösste Kompliment, das man für die Arbeit bekommen kann. Es freut mich immens für das Team und die Crew hinter den Kulissen.» Der Erfolg sei für den FCSG historisch. «Ich weiss, was das den Menschen bedeutet», schliesst Matthias Hüppi, der in den nächsten Wochen wohl weiterhin viel Arbeit vor sich hat. (nih/watson)


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