
Plötzlich wird es still: Lukas Bengtsson liegt am Sonntag beim Spiel gegen den EHC Kloten (3:1-Sieg) in der 55. Minute auf dem Eis und kann nicht mehr aufstehen – und windet sich vor Schmerzen. Nach einem Zweikampf muss der schwedische Verteidiger mit der Bahre vom Eis gebracht werden. Schnell wird klar: Das sieht nicht gut aus. Der 32-Jährige wird ins Zuger Kantonsspital gebracht.
Am Montag haben sich die schlimmen Befürchtungen bewahrheitet. Bengtsson hat sich das Wadenbein gebrochen, wie der EV Zug mitteilt. Noch am selben Tag wird der Spieler operiert. Klar ist bereits jetzt: Der Schwede wird dem EV Zug lange fehlen. Der Klub spricht von einer Ausfallzeit von «mehreren Monaten». Wann Bengtsson wieder aufs Eis zurückkehren kann, hängt vom weiteren Heilungsverlauf ab. Die Wahrscheinlichkeit, dass er in dieser Saison nochmals zum Einsatz kommt, dürfte gering sein.
Für den EV Zug ist der lange Ausfall ein heftiger Dämpfer. Denn mit Bengtsson verliert die Mannschaft weit mehr als nur einen Verteidiger. Der Schwede ist Abwehrchef, Leader und einer der wichtigsten Spieler im Kader. Mit seiner Ruhe am Puck, seiner Übersicht und seinen offensiven Qualitäten prägt er das Spiel wie kaum ein anderer.
Gerade in der Offensive ist Bengtsson ein wichtiger Faktor. Kein anderer EVZ-Verteidiger sorgt für derart viel Gefahr nach vorne. Er treibt das Spiel an, schaltet sich immer wieder in die Angriffe ein und übernimmt Verantwortung, wenn es darauf ankommt. Einen Spieler mit diesem Gesamtpaket zu ersetzen, dürfte für den EVZ kaum möglich sein.
Für Bengtsson setzt sich damit eine bittere Serie fort. Bereits in der vergangenen Saison wurde der Schwede immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen. Am Ende bestritt er lediglich 21 der 52 Qualifikationsspiele. Nun schlägt das Verletzungspech erneut zu – und dieses Mal besonders heftig.
Chris Egli muss länger pausieren
Mit Chris Egli fehlt dem EV Zug ein weiterer Spieler in den nächsten Wochen. Der Stürmer hat sich am 29. September beim Spiel gegen die Rapperswil-Jona Lakers beim Blocken eines Schusses eine Verletzung an der Hand zugezogen. Der 30-Jährige musste sich kürzlich einer Operation unterziehen. Mit einer Rückkehr von Egli ist frühestens in der zweiten Novemberhälfte zu rechnen.
Nach wie vor verzichten muss der EV Zug auf die Stürmer Lino Martschini und Mike Künzle. Die beiden befinden sich im Wiederaufbau. Es ist mit einer baldigen Rückkehr zu rechnen.
Als Nächstes wartet auf die Zuger am kommenden Samstag das Auswärtsspiel gegen den HC Ajoie. Es ist bereits die achte Partie in der Fremde – und zugleich die letzte dieser ungewöhnlichen Serie. Mit dem Auftritt im Jura endet für den EVZ die lange «Auswärtsreise», die dem speziellen Spielplan zu Saisonbeginn geschuldet ist. Danach dürfen sich die Zuger endlich wieder vermehrt dem heimischen Publikum präsentieren.




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