Am Mittwoch ist in der Garderobe des EV Zug bereits zu sehen, was der Klub erst einen Tag später offiziell macht: Nic Balestra packt sein Hockey-Equipment zusammen. Der 21-jährige Verteidiger verstaut seine Ausrüstung und sagt seinen Mitspielern Adieu. Es sind seine letzten Momente als Spieler des EV Zug.
Balestra zieht früher als ursprünglich vorgesehen weiter. Statt erst im kommenden Sommer wechselt er per sofort zum SC Bern. Dass sich die Wege des Verteidigers und des EVZ vorzeitig trennen, kommt allerdings nicht überraschend. Vielmehr ist es die Konsequenz einer Situation, mit der auf Dauer niemand richtig glücklich geworden wäre.
Seit einigen Wochen steht fest, dass Balestras Zukunft in Bern liegt. Beim SCB hat er einen Dreijahresvertrag bis Ende Saison 2029/30 unterschrieben. Der EVZ hätte gerne mit seinem Eigengewächs weitergemacht, konnte und wollte ihm aber keine Versprechungen hinsichtlich seiner Rolle oder seiner Eiszeit machen. Balestra wiederum entschied sich gerade wegen der sportlichen Perspektive für Bern.
Schon zu Beginn dieser Saison zeigte sich, wie schwierig seine Situation in Zug werden würde. Der EVZ verfügt bei voller Besetzung über ein Überangebot in der Defensive. Zehn Verteidiger kämpfen um acht Plätze im Line-up. Balestra bekam diese Konkurrenzsituation besonders zu spüren. Er war in jedem Spiel überzählig. «Das ist nicht so lustig», sagte Balestra vor wenigen Wochen. Damit sprach er gleichzeitig jenen Punkt an, der für seinen Wechsel nach Bern ausschlaggebend war: «Ich bekomme eine andere Rolle als hier in Zug. Konkurrenz hat man überall. Aber ich erhoffe mir mehr Eiszeit.»
Trainer Marjamäki: «Ich konnte keine Versprechungen machen»
Nun erhält er die Chance auf diese neue Rolle früher als erwartet. Dass der EV Zug Balestra bereits jetzt ziehen lässt, ist deshalb auch eine pragmatische Lösung. Sportchef Ted Suihkonen sagt: «Wir wollen ihm keine Steine in den Weg legen.» Für ihn ist entscheidend, dass Spieler in Balestras Alter nicht bloss trainieren, sondern möglichst viel Eiszeit erhalten und sich im Ernstkampf weiterentwickeln können. Nachdem klar war, dass Balestras Weg im kommenden Sommer nach Bern führen würde, suchten die beteiligten Parteien nach einer Lösung, die für alle Seiten stimmte.
EVZ-Trainer Lauri Marjamäki hatte nach Bekanntwerden des Transfers deutlich gemacht, worin das Dilemma lag. «Ich mag Nic als Spieler sehr. Wir versuchten, Nic vom Verbleib zu überzeugen.» Gleichzeitig sagte Marjamäki: «Ich konnte Nic keine Versprechungen machen wie zum Beispiel einen Platz in den Top 6.»




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