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Eishockey-WM

Der Superstar in der Stadt des Meisters: So verlief der erste WM-Auftritt von Sidney Crosby in Fribourg

Eben noch wurde in Fribourg dem legendären Julien Sprunger und seiner Meistermannschaft gehuldigt. Jetzt ist die BCF-Arena die Bühne für die WM - und somit auch für einen der grossen Stars des Sports: Dem Kanadier Sidney Crosby.

Eine Weltmeisterschaft im Olympia-Jahr? Das bedeutet meistens, dass sich die Stars der Szene im Frühling, wenn die jährlich stattfindenden Eishockey-Welttitelkämpfe über die Bühne gehen, rar machen. Das ist auch diesmal nicht anders. Man kann die grossen Namen, die sich für die WM ihren Nationalteams angeschlossen haben, locker an einer Hand abzählen. Finnland hat Alexander Barkov, den Captain der Florida Panthers zu bieten. Die USA Matthew Tkachuk, der einzige Vertreter der Olympiasieger-Mannschaft von Mailand.

Und dann darf man noch drei Kanadier hervorheben. Macklin Celebrini etwa, den Jungstar der San Jose Sharks, der als 19-Jähriger schon an den Olympischen Spielen glänzte. Auch John Tavares ist hierzulande eine prominente Figur. Der 35-Jährige aus den Reihen der Toronto Maple Leafs spielte einst beim SC Bern während eines NHL-Lockouts. Über allen thront aber eine Figur, die das Welteishockey in den letzten zwei Jahrezehnten prägte wie kaum ein anderer Spieler: Sidney Crosby.

Sidney Crosby während des ersten WM-Spiels der Kanadier gegen die Schweden.
Bild: Pascal Muller/freshfocus

Als anfangs Woche bekannt wurde, dass der 38-Jährige einer Einladung von Hockey Canada, sich dem WM-Team anzuschliessen, Folge leisten würde, sandte dies eine kleinere Schockwelle durch die Eishockey-Welt. Ausgerechnet einer der hochdekoriertesten Spieler der Geschichte des Sports verhält sich antizyklisch und reist in die Schweiz, obwohl er nach Olympia und einer anstrengenden NHL-Saison sich ohne schlechtes Gewissen in die Sommerpause hätte verabschieden können.

Als er sich am Donnerstag nach seinem ersten Training mit den Kanadiern in der Mixed-Zone der BCF-Arena zum Interview hinstellt, wird Crosby sofort von über 30 Journalisten belagert. Er ist kein Mann der grossen Worte, strahlt aber schon fast eine staatsmännische Aura aus, wenn er über seine Motivation spricht, zum zweiten Mal innert kürzester Frist den Atlantik zu überqueren, um Teil der Kanadischen Nationalmannschaft sein zu dürfen.

Ja, er habe in den letzten in den letzten Monaten viel Eishockey gespielt, einige Verletzungen erlitten und seinen Körper gefordert. «Aber die Chance, Kanada wieder zu vertreten, ist etwas Besonderes», unerstreicht Crosby, um dann gleich sein Hauptmotiv nachzuliefern: «Und dann, nach einigen Erfahrungen, bei denen des Resultat nicht dem entsprach, was wir uns erhofft hatten, wollten wir zurückkommen und ein besseres Ergebnis erzielen.»

Damit spricht er selbstverständlich die bittere Niederlage der Kanadier im Olympiafinal gegen die USA an (1:2 nach Verlängerung). Crosby war am 22. Februar in Mailand zum Zuschauen verurteilt, weil er sich im Viertelfinal gegen Tschechien nach einer harten Körpercharge von Radko Gudas eine Unterkörperverletzung zugezogen hatte. Sein letzter Olympia-Auftritt war jener, als er zusammen mit seinen niedergeschlagenen Teamkollegen die Silber-Medaille in Empfang nehmen musste.

Gibt geduldig Auskunft: Sidney Crosby.
Bild: Gene J. Puskar

Was wiederum alles über den Ehrgeiz und den Charakter des 38-Jährigen zeigt, der in seiner glänzenden Karriere schon alles gewonnen hat und niemandem mehr irgendetwas beweisen müsste. Drei Stanley-Cup-Siege mit den Pittsburgh Penguins stehen in seinem Palmares, zwei Olympiasiege und ein Weltmeistertitel. In 1606 NHL-Spielen hat er 1967 Skorerpunkte gesammelt und sich auch in der aktuellen Saison mehr als einen Punkt pro Spiel gutschreiben lassen dürfen.

Crosby gehört längst zum exklusiven Kreis des «Triple Gold Club», wo sich Stanley-Cup-Gewinner, Olympia- und WM-Titelträger tummeln. Auf seine Motivation angesprochen sagt er: «Mein Ansatz hat sich nicht geändert. Ob mit 19 oder 38 Jahren - das Ziel bleibt dasselbe: das Maximum zu geben. Solange du diesen Sport liebst und diese Leidenschaft noch hast, kannst du deinem Team helfen.» Zumal es ja nicht unwahrscheinlich ist, dass man «Sid the Kid» vielleicht zum letzten Mal an einer WM zu sehen bekommt.

Sein erster WM-Auftritt am Freitagnachmittag im Duell gegen Schweden verläuft eher unspektakulär. Am 5:3-Sieg seiner Mannschaft hat Crosby keinen massgeblichen Anteil. Bemerkenswert ist eher die Tatsache, dass nicht er, als kanadischer Nationalheiliger, das Captain C auf der Brust trägt, sondern der Teenager Macklin Celebrini. So wie es Sidney Crosby einst selber tat vor vielen, vielen Jahren. Nach dem Spiel gegen Schweden sagt er lächelnd: «Ich war selber einmal in der Situation als junger Captain und war froh, dass ich von den älteren Spielern unterstützt wurde. Genau das werde ich jetzt bei Macklin auch tun. Das macht mir grossen Spass.»

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