Swiss Indoors

Niederlage im Oldie-Duell: Djokovic verliert einen Thriller und bricht dann die Fragerunde angesäuert ab

Die Swiss Indoors Basel verlieren ihre Hauptattraktion. Novak Djokovic scheidet überraschend bereits im Achtelfinal aus. Durch die Niederlage im Dreisatz-Thriller gegen Jan-Lennard Struff verpasst der 39-jährige Serbe auch die Einstellung einer Federer-Marke.

Die Swiss Indoors vermelden am Donnerstag: ausverkauft. Nur am Dienstag blieben in dieser Woche 200 Plätze frei. 67'600 Zuschauende zählt die Ausgabe 2026 insgesamt. Das sind 5000 mehr als vor einem Jahr und ein Rekord, seit die Kapazität 2022 aufgrund von Brandschutzbestimmungen auf 8100 gesenkt wurde.

Den Ansturm hat neben einem besser besuchten Qualifikationswochenende vor allem einer ausgelöst: Novak Djokovic. Während der Spiele des 24-fachen Grand-Slam-Siegers sind so gut wie alle Plätze der St. Jakobshalle besetzt. Das ist auch am Donnerstagabend wieder so, als der 39-jährige Serbe (ATP 12) den 36-jährigen Deutschen Jan-Lennard Struff (ATP 47) im Achtelfinal zum Oldie-Duell fordert.

Nur 24 Stunden nach dem kräftezehrenden 4:6, 6:3, 6:4-Erfolg gegen Ugo Humbert muss Djokovic wieder ran. Struff war am Vortag 80 Minuten kürzer im Einsatz und erfreut sich einer guten Form. Am Sonntag stand er noch im Final des 250er-Turniers von Brüssel.

Der leicht Unterlegene gewinnt jeweils die Sätze

Djokovic und Struff leisten sich ein Duell auf Augenhöhe. Im ersten Satz kann zunächst der Serbe zwei Breakbälle abwehren, um dann im Tiebreak der sichere Spieler zu sein und diesen mit 7:6 zu gewinnen. Im zweiten Satz hat dann Djokovic leichte Vorteile, doch er geht an den Deutschen, weil Struff seinen einzigen Breakball - der gleichzeitig ein Satzball ist - zum 7:5 verwandeln kann.

Wie schon am Mittwoch muss Djokovic über die volle Distanz gehen und erneut wird er auch vom Publikum getragen, das den Favoriten gerne noch länger in Basel sehen würde. Doch auch Struff hat einige Unterstützer aus dem grenznahen Ausland in der Halle, sodass auch die Atmosphäre zum packenden Thriller passt.

Im Entscheidungssatz macht der Serbe trotz sichtbarer Unzufriedenheit mit der Bespannung und mehrfachen Schlägerwechseln den sichereren Eindruck. Doch Struff bleibt in den entscheidenden Momenten - bei den zwei Breakbällen und im Tiebreak - nervenstark und verwandelt nach 2:36 Stunden seinen dritten Matchball. Es ist im neunten Anlauf der erste Sieg von Struff gegen Djokovic.

Djokovic bricht die Fragerunde ab

Der Serbe zieht sichtlich angesäuert von dannen. Nur zwei Fragen der grossen Journalistentraube lässt er in der Mixed Zone zu und erklärt: «Die Niederlage tut weh, aber wenn der Gegner so aggressiv und so genau spielt, kann ich mir nur Kleinigkeiten selbst vorwerfen.»

Durch das Ausscheiden kann Djokovic nicht in Basel mit seinem 103. Turniersieg diesbezüglich mit Roger Federer gleichziehen. Auch die angepeilte Qualifikation für die ATP-Finals ist nur noch bei einem Final-Einzug kommende Woche beim Masters in Paris möglich. Und die Swiss Indoors verlieren bereits am Donnerstag ihre Hauptattraktion. Doch sie dürften froh sein, dass die restlichen Tickets schon vorher verkauft wurden.

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Kommentare (0)