
Die Sporthalle Birsfelden bebt. Bereits im ersten Viertel der Playoff-Partie gegen Massagno setzt das Team von Trainer Pascal Donati ein Ausrufezeichen. «Let’s go, Starwings», «Defense» oder ein begeistertes «Walters, are you kidding me?» erklingen durch die prall gefüllte Sporthalle Birsfelden, wenn Topskorer Marshall Walters einmal mehr seine Treffsicherheit unter Beweis stellt und für die gelb gekleideten Basketballer punktet.
Zur Ausgangslage vor dem ersten Playoff-Spiel: Die Starwings beendeten die Regular Season auf dem dritten Rang, Massagno klassierte sich als Sechster. Entsprechend ging das Team von Pascal Donati als Favorit in die erste von maximal fünf Partien der Viertelfinal-Serie.
Doch diese Ausgangslage ist mit Vorsicht zu betrachten. Mit Massagno-Coach Alain Attallah kehrte ein alter Bekannter in die Sporthalle Birsfelden zurück – für ihn beinahe ein Heimspiel. Der Ägypter stand rund ein Jahr an der Seitenlinie der Starwings und kennt Teile des Teams noch bestens. Im Juli 2025 kam es zur Trennung, Donati übernahm anschliessend die Mannschaft.
«Wir konnten so spielen, wie wir wollten»

Die Starwings starten entschlossen und gehen mit dem ersten Angriff durch Jaylen McManus früh in Führung. In der Folge nimmt das Team von Trainer Pascal Donati den Schwung mit und dominiert die Tessiner von Beginn an. «Nach dem ersten Dreipunktewurf lief alles flüssig und einfach», sagt der Topskorer des Spiels, Zaïd Weibel.
Der Gameplan schien dabei aufzugehen. Diese Überzeugung vermittelt zumindest Weibel: «Wir konnten so spielen, wie wir wollten.» Defensiv gebe es noch Verbesserungspotenzial, offensiv zeigt er sich zufrieden: «Wir setzten Massagno unter Druck und kamen zu vielen offenen Würfen.»
Auch Trainer Donati zieht ein positives Fazit und bestätigt die Einschätzung seines Spielers: «Wir konnten grösstenteils umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten. Entscheidend war, den Ball schnell laufen zu lassen.» Das gelingt den Starwings – zur Pause führen sie verdient mit 14 Punkten Vorsprung.
Für die rund 650 Zuschauenden – im Vergleich zur Qualifikation verdoppelte sich diese Anzahl beinahe – gibt es in der Halbzeit keine Verschnaufpause: Die Tanzgruppe Bailanna sorgt mit einer knapp zehnminütigen Hip-Hop-Einlage in Starwings-Trikots für Stimmung in der Sporthalle Birsfelden. Kaum Zeit, die intensive erste Hälfte zu verarbeiten.
Wie in der ersten Halbzeit, so auch in der Zweiten
Auch in der zweiten Halbzeit agieren die Starwings trotz klarer Führung konzentriert und keineswegs überheblich – und erzielen schlussendlich ebenso viele Punkte wie in der ersten Hälfte. Donati hatte in der Pause noch gewarnt, Massagno könne jederzeit «aufwachen».
«Ich war mir nicht sicher, ob wir nochmals 56 Punkte erzielen können», so der Trainer. Doch der Plan geht auf. Auch Weibel sieht das so: «Wir konnten zeigen, was die Coaches von uns erwarten.» Am Ende steht ein deutlicher 112:82-Erfolg für die Starwings.
Das Eigengewächs zeigt sich in Top-Form

Einen entscheidenden Anteil daran hat Zaïd Weibel selbst: Der 24-Jährige erzielt 32 Punkte und wird als Topskorer ausgezeichnet. «Diese Auszeichnung bedeutet mir viel und gibt mir Selbstvertrauen», sagt er. Drei Minuten vor Schluss wird er bei seiner Auswechslung vom Publikum gefeiert und wird vom Moderator in der Halle mit lobenden Worten vom Feld verabschiedet und betitelt es als «Spiel seiner Karriere.» Auch Donati zeigt sich erfreut gegenüber dem Eigengewächs: «Zaïd lief in Hochform auf.»
Nach einer solchen Leistung erscheint der Traum vom Titel greifbar. Weibel gibt sich entsprechend zuversichtlich: «Dieser Sieg war wichtig für uns alle. Wir konnten beweisen, dass wir diese Saison etwas erreichen können.» Den Titel bezeichnet der 1,91-Meter grosse Schweizer als «definitiv möglich». Eine gewagte These, dominiert Fribourg den Schweizer Basketball doch schon seit Jahren.
Dazu würde nach einem allfälligen Weiterkommen gegen Massagno mit Genf, das zum Auftakt gegen Nyon ebenfalls gewann, im Halbfinal zunächst noch ein Team warten, das deutlich besser einzuschätzen ist als die Starwings.
Telegramm und Resultate
Sporthalle Birsfelden. – 650 Zuschauende. SR:Jeanmonod, Tagliabue, Grasso. – Viertelresultate: 22:14, 56:42, 84:63, 112:82.
Starwings: Walters (17 Punkte), Weibel (32), Roman (18), McManus (21), Haile (2), Fasnacht (3), Domingos, Kibrom (3), Okoyeze (1), Meyer (6), Emuejeray, Melikyan (9).
Weitere Playoff-Duelle (Viertel-Finale): Fribourg Olympic - Monthey-Chablais 121:58. Neuchâtel - Pully Lausanne 93:76. Genf - Nyon 88:65.
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