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Sport

Der neuste Ski-Star ist eine Nidwaldnerin: Delia Durrer schaut auf einen aufregenden Winter zurück

Es war ein aufregender Winter für Delia Durrer. Die 18-jährige Nidwaldnerin spricht im Interview über die Skisaison, die besonderen Umstände wegen Corona, den kommenden Sommer, ihr Klavierspiel und die drei Goldmedaillen an den Schweizer Meisterschaften.
Die Dominatorin der Schweizer Meisterschaften: Delia Durrer mit ihren Goldmedaillen aus Abfahrt, Kombination und Super-G.
(Eveline Beerkircher (Obderdorf, 30. März 2021))
«Der Titel in der Abfahrt hat sicher einen ganz grossen Stellenwert», sagt Delia Durrer.  (Eveline Beerkircher)

Peter Gerber Plech

Peter Gerber Plech

Unter welchen Stichworten würden Sie die Saison 2020/21 in einem persönlichen Archiv ablegen?Delia Durrer: Wertvolle Erfahrungen.Und wie fällt Ihre Bilanz aus?Ganz sicher positiv. Ich habe enorm viel gelernt und erlebt. Hätte ich zu Saisonbeginn das Angebot bekommen, dass ich mein Weltcup-Debüt machen und drei Goldmedaillen an den Schweizer Meisterschaften gewinnen darf, ich hätte sofort unterschrieben.Eine Besonderheit des Winters war die Situation rund um das Coronavirus. Wie haben Sie die veränderten Rahmenbedingungen weggesteckt?Es war für alle eine mentale Belastung. Bis jeweils das Testresultat vorgelegen hat, war immer die Unsicherheit da, ob man zum Rennen überhaupt antreten darf oder nicht. Prägend war, dass das soziale Umfeld ausserhalb der Ski-Blase gelitten hat. Ich musste zu Freundinnen und Freunden extrem auf Distanz gehen, um meine Saison nicht zu gefährden.Hat Corona die Bedingungen auch innerhalb des Teams schwieriger gemacht?Es war schon auch eine Veränderung spürbar. Meistens war man nur mit der Zimmerkollegin in fast normalem Kontakt. Mit dem Rest war man auf Distanz. In den Hotelgängen, in den Gemeinschaftsräumen und auch am Esstisch – wenn man nicht gerade gegessen hat – hatten wir die Masken auf.Und wenn eine Kollegin oder ein Betreuer kurz mal gehustet hat, wurde diese oder dieser argwöhnisch beäugt?Wenn jemand wirklich erkältet gewesen ist, hat man noch mehr auf den Abstand geachtet. Aber wenn eine oder einer gehüstelt hat, ist eher mit Ironie und Sprüchen reagiert worden.Von den Schweizer Meisterschaften haben Sie drei Goldmedaillen mitgebracht. Welche besondere Geschichte steckt hinter diesen Erfolgen?Eigentlich keine. Ich bin zu diesen Rennen angetreten, als wären es ‹ganz normale› Wettkämpfe. Aber als ich – eher unerwartet – in der Kombination gleich Gold gewonnen habe, ist alles noch ein wenig einfacher gegangen und ich konnte mit dem Erfolg in der Tasche befreiter fahren.Hat eine der drei Goldenen eine grössere Bedeutung als die anderen beiden?Der Titel in der Abfahrt hat sicher einen ganz grossen Stellenwert. Ich habe in den Trainings gezeigt, dass ich auf dieser Strecke schnell sein kann. Dass ich diese Leistung dann auch am Renntag habe abrufen können, macht diese Medaille speziell.Bald werden Sie die Ski weglegen können. Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn die Saison endgültig vorbei sein wird?Definitiv auf das, was im Winter zu kurz gekommen ist. Das – wenn es Corona erlaubt – Treffen mit Kolleginnen und Freundinnen. Kleine Ausflüge an den See oder solche Dinge. Aber ich freue mich auch auf das Sommertraining. Ich werde es voll motiviert in Angriff nehmen.Wie steht es mit dem musischen Bereich? Haben Sie über den Winter ein Musikstück entdeckt, welches Sie baldmöglichst am Klavier einstudieren werden?Schon auch, ja. Im Winter habe ich halt mehrheitlich jene Stücke gespielt, die ich schon im Repertoire habe. Im Sommer, wenn dann wieder etwas mehr Zeit für solche Dinge vorhanden ist, nehme ich bestimmt das Lernen von neuen Liedern in Angriff.Gilt der eine oder andere Gedanke auch schon dem kommenden Winter 2021/22?Nein, weil zuerst muss ich ja die noch laufende Saison zu einem guten Abschluss bringen. Aber natürlich planen wir jetzt das Frühlingsskifahren und auch schon den einen oder anderen Schwerpunkt für das Konditionstraining vom Sommer. Auch wenn ich mich noch nicht mit dem nächsten Winter beschäftige: Ich freue mich jetzt schon darauf.
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