Fussball

Fordert David Beckham Gianni Infantino bei Wahl zum Fifa-Präsidenten heraus?

Gianni Infantino soll weg – doch Europa fehlt der Herausforderer. Nun könnte David Beckham zum Hoffnungsträger werden.

Geht es nach den Europäern, sind die Tage von Gianni Infantino an der Spitze des Weltfussballverbands Fifa gezählt. Die 55 Verbände der Uefa fordern eine «geachtete und verbindende Persönlichkeit aus den Kreisen des Fussballs, die über visionäres Denken und Führungserfahrung verfügt», schreibt der europäische Fussballverband am Wochenennde.

Doch für die Wahl im März 2027 im marokkanischen Rabat fehlt noch ein Gegenkandidat. Nun fällt ein prominenter Name: David Beckham.

Europäer wollen Infantino loswerden

Auslöser ist der Streit um Infantinos gescheiterte Pläne, Anteile an FIFA-Turnieren an externe Investoren zu verkaufen. Beim Fifa-Rat in Zürich entschuldigte sich der 56-Jährige zwar. Die Kritiker überzeugte er damit nicht. Die Uefa sucht deshalb eine Persönlichkeit mit Integrität, Führungserfahrung und internationaler Strahlkraft.

Die Zeit drängt: Bis am 18. November muss ein Herausforderer nominiert sein. Uefa-Präsident Aleksander Ceferin hat ebenso abgesagt wie Nasser Al-Khelaifi und Victor Montagliani. Auch Arsène Wenger gilt kaum als Lösung: Der frühere Arsenal-Trainer arbeitet als Fifa-Direktor eng mit Infantino zusammen. Zudem ist der Franzose bereits 76 Jahre alt.

Anders David Beckham. Der 51-jährige frühere englische Nationalspieler ist Mitbesitzer und Präsident von Inter Miami, hat Lionel Messi nach Florida gelotst und verfügt über ein weltweites Netzwerk. Als Spieler von Manchester United und Real Madrid wurde er zur globalen Marke und besitzt auch in Asien grosse Strahlkraft.

Der Fifa steht Beckham kritisch gegenüber. 2015 bezeichnete er deren Korruptionsskandale als «widerlich». Laut Sky wird in Funktionärskreisen über ihn als Herausforderer von Infantino gesprochen. Demnach sei dieser eine Kandidadtur nicht abgeneigt, heisst es hinter vorgehaltener Hand.

Ob er gegen Infantino eine Chance hätte, ist offen. Der Schweizer geniesst vor allem in Afrika, aber auch in Teilen Asiens und Südamerikas starken Rückhalt. Europa braucht deshalb nicht bloss einen grossen Namen – sondern einen, der auch ausserhalb Europas Stimmen gewinnt.

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