44 Punkte. Nur so wenige Punkte lag Lando Norris am Sonntag vor dem Rennen in Brasilien in der Weltmeisterschaft hinter Max Verstappen. Auch dass der Brite vom McLaren-Rennstall am Sonntagmorgen die Poleposition geholt hat, spielte ihm in die Karten, um beim Rennen weitere Punkte gutzumachen. Denn Verstappen startete das Rennen nur auf Platz 17. Dies, weil sein Rennstall Red Bull den sechsten von vier erlaubten Motorenwechseln durchführte und er um fünf Plätze nach hinten strafversetzt wurde.
Doch der amtierende Weltmeister war beim Rennen eine Klasse für sich. Er liess sich weder von seiner Strafe noch vom Regen beirren. Im Gegenteil: Verstappen beherrschte wie kein anderer die Fahrt im Regen. Daneben profitiere er vor allem von den Fehlern der anderen und vom Safety Car. Als er die Ziellinie als Erster überquerte, überrannten ihn die Emotionen wie schon lange nicht mehr. «Ich hätte nicht gedacht, von so weit hinten gewinnen zu können», sagt er nach dem Rennen und grinst.
Die grösste Überraschung an diesem Wochenende waren aber die beiden Alpine-Fahrer Esteban Ocon und Pierre Gasly. Sie fuhren hinter Verstappen auf das Podest. Polesetter Lando Norris zeigte ein enttäuschendes Rennen und wurde Sechster. Auch Sauber konnte von den vielen Ausfällen nicht profitieren.
Die erste schwarze Flagge seit 2007
Zu einem kleinen Crash kam es bereits in der Aufwärmrunde. Lance Stroll, der bereits im Qualifying seinen Boliden in die Wand knallte und seinen Mechanikern mächtig Arbeit bereitete, touchierte in der sogenannten Formation Lap kurz vor dem Start erneut sein Fahrzeug. Das Rennen war für ihn vorbei, bevor es gestartet hat.
Bereits das Qualifying hatte es in sich. Weil am Samstag ein Unwetter über São Paulo zog, wurde das Qualifying mehrmals verschoben, bis es am Sonntag nachgeholt wurde. Nach zehn Minuten wurde dieses aber bereits zum ersten Mal wegen eines Crashs unterbrochen. Insgesamt fünf Boliden verunfallten. Am meisten traf es Alex Albon. Er zertrümmerte seinen Williams so heftig, dass er für das Rennen nicht mehr rechtzeitig zusammengeflickt werden konnte.
Beim Rennen gab es zwar weniger Crashs, dafür einen Unfall, der es in sich hatte. Franco Colapinto knallte seinen Boliden ein zweites Mal an diesem Sonntag in die Wand. Das Rennen wurde daraufhin unterbrochen. Dies spielte vor allem Max Verstappen in die Karten, der lange auf zweiter Position fuhr. Als das Rennen später weiterging, war der Deutsche Nico Hülkenberg nicht mehr dabei. Er erhielt eine schwarze Flagge, sprich wurde disqualifiziert, da vier Marshalls ihn nach einem Umweg neben der Strecke anstossen mussten. Zuletzt gab es 2007 eine solche Flagge.
Verstappen baut Führung wieder aus
Beim Sprintrennen am Samstag musste sich Max Verstappen nach vier Sprintsiege ein erstes Mal geschlagen geben. Zwar konnte er das Rennen auf dem dritten Platz beenden, wurde zwei Stunden später aber mit einer 5-Sekunden-Strafe bestraft und fiel auf Platz vier. Dies, weil er in der Safty-Car-Phase das Geschwindigkeitslimit überschritten hatte. Lando Norris holte seinen ersten Sprintsieg.
Am Sonntag konnte Max Verstappen wieder jubeln. Er stand seit Juni in Spanien nicht mehr auf dem obersten Treppchen des Podiums. Nach einer langen Flaute ist er zurück an der Spitze und kann seinen Vorsprung in der Weltmeisterschaft wieder ausbauen. Dank der schnellsten Rennrunde und dem Sieg holte er 26 Zähler. Sein direkter Gegner Lando Norris holte nur acht Punkte. Im Direktduell ist Verstappen wieder davongezischt. Der Vorsprung nach dem Rennen: 62 Punkte.




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