Im Jagdspringen werden Abwürfe in Strafsekunden umgewandelt. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als die Schweizer einen Doppelsieg feiern durften, gaben in diesem Jahr andere den Ton an.
Barbara Schnieper zeigte als erste Schweizerin die erste Toprunde. Im Sattel des Holsteinerwallachs Toronto Raptor kam die Solothurnerin nach 93,11 Sekunden fehlerfrei ins Ziel. Dass es ihr aber nicht für ganz nach vorn reichen würde, war schnell klar.
Zuerst wurde sie vom Iren Mark McAuley auf L’Arc en Ciel (92,95) bezwungen und dann auch vom Franzosen Robin Lesqueren mit Galax du Rouet (91,41).
Vale wehrt Angriff um Angriff ab
Direkt nach der Pause begann eine neue Zeitrechnung, denn Aaron Vale kam als Erster in unter 90 Sekunden ins Ziel. Der US-Amerikaner, der im Weltcupfinal in Fort Worth, Texas, die Silbermedaille errang, pilotierte den tschechischen Wallach Gray’s Inn in einem hohen Tempo durch den Kurs und absolvierte auch die wenigen Abkürzungen mit Bravour. Die Zeit stoppte bei 88,91 Sekunden, und so konnte der 57-Jährige aus dem Bundesstaat Florida auf dem Leaderthron Platz nehmen – und es sich gemütlich machen.
Angriff um Angriff konnte er abwehren, mal knapp, mal deutlich. Knapp wurde es das erste Mal beim Ritt von Pedro Veniss auf Gershwin Dromelle. Der Brasilianer kam bis auf eine Sekunde an Vale heran. Ben Maher, der Olympiasieger von 2021, war sogar schneller als der US-Amerikaner, doch der Brite musste sich mit Ginger-Blue bereits früh einen Abwurf notieren lassen. Der volle Angriff in der Folge blieb unbelohnt.
Martin Fuchs patzt im ersten Teil
Rund eineinhalb Sekunden verlor Mahers Landsmann Harry Charles. Im Sattel von Bandit büsste er kontinuierlich Zeit ein und musste sich so am Ende mit dem dritten Platz begnügen.
Auch Martin Fuchs ritt voll auf Sieg. Der Zürcher, der auf die Niederländerstute Love de Vie vertraute, patzte ebenfalls bereits im ersten Teil des 650 Meter langen Kurses und schaffte es nicht, die vier Strafsekunden aufzuholen. Mit einem Nuller hätte er Vale knapp besiegt, so aber blieb nur Rang sieben.
Auch den Angriff des letzten Schweizers, Anthony Bourquard auf Festival Semilly, wehrte Vale souverän ab. Der Jurassier wendete etwas zu eng auf den Turmsteilsprung und nach einem zweiten Fehler fiel er weit zurück. Damit stand der US-amerikanische Sieg im mit über 100'000 Euro dotierten Grossen Jagdspringen fest – Vale triumphierte vor Veniss und Charles.



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