
Vincent Kompany riss seine Arme nach dem vorzeitigen Gewinn der 35. Meisterschaft in die Höhe und umarmte seine Münchner Stars. Harry Kane & Co. zogen sich weisse T-Shirts mit einem Kakadu darauf an - seit den Feierlichkeiten 2025 ist das eine kuriose Kultfigur bei Bayern München. Auf der Tribüne stiessen Ehrenpräsident Uli Hoeness und Vereinschef Herbert Hainer mit einem Bier an, gefeiert wurde mit den Profis dann auch vor der Südkurve.
«Es ist extrem speziell. Gerade diese Saison spielen wir eine sehr gute Bundesliga-Saison», sagte Joshua Kimmich bei DAZN. «Es ist nicht selbstverständlich, nach den Madrid-Spielen so ein Spiel gegen den Dritten zu machen. Die Art und Weise ist das Besondere.»
Nach dem Verletzungsschock um Serge Gnabry nutzten die Münchner die Steilvorlage des längst abgehängten Verfolgers Borussia Dortmund und erfüllten schon am 30. Spieltag beim 4:2 (3:1) gegen den VfB Stuttgart Teil eins ihrer Triple-Mission. «Es war keine Saison mit Ups and Downs, wir waren sehr konstant», sagte Kimmich. «Das ist uns auf diesem Niveau nicht so oft gelungen. Wir sind sehr, sehr stolz.»
Neuer nun Rekordmeister beim Rekordmeister
Nach einer klitzekleinen Systemstörung in der ersten Hälfte bescherten die auf gleich acht Positionen durchrotierten Münchner um Jamal Musiala ihrem Trainer Vincent Kompany den 50. Sieg in dessen 64. Bundesligaspiel mit dem FC Bayern.
Drei Tage vor dem Halbfinale im DFB-Pokal bei Bayer Leverkusen konnte der Belgier Stars wie Harry Kane, der erst zur Pause kam und dann gleich wieder traf, eine verdiente Pause gewähren. Torhüter Manuel Neuer erlebte seine 13. Meisterschaft, womit er mit Rekordmeister Thomas Müller gleichzog, komplett von der Bank aus. Wenige Minuten vor dem Abpfiff brachten Bayern-Angestellte in braunen Tüten Meister-Shirts in den Innenraum.

Ein Wermutstropfen bei dem Jubel ist die schwere Adduktorenverletzung von Gnabry, die sich der deutsche Nationalspieler im Abschlusstraining zugezogen hatte. Er fällt «für längere Zeit» aus. Nur wie lange genau? Für den Offensivspieler dürften die Highlights Ende des Monats gegen Paris Saint-Germain im Halbfinale der Königsklasse gelaufen sein. Wird der 30-Jährige überhaupt zur Weltmeisterschaft im Sommer wieder fit?
Raphaël Guerreiro (31. Minute), Kanes Ersatzmann Nicolas Jackson (33.) und Alphonso Davies (37.) drehten schon in den ersten 45 Minuten den Rückstand durch Chris Führich (21.). Vor 75.000 Zuschauern schraubte dann der eingewechselte Kane (52.) den Torrekord des deutschen Rekordmeisters auf sagenhafte 109. Chema (88.) traf für Stuttgart kurz vor Schluss noch zum Endstand.
Uli Hoeness guckt anfangs leicht zerknirscht
Es war angerichtet für die Bayern. Nach dem 1:2 von Verfolger Borussia Dortmund hatten die Münchner ihren ersten Meister-Matchball - und verwandelten ihn auch gleich. Kompany nutzte den Südschlager vier Tage nach dem spektakulären Einzug ins Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid, um zu rotieren. Gleich acht seiner Stars um Kane, Neuer und den ebenfalls später eingewechselten Michael Olise durften zunächst auf der Ersatzbank Platz nehmen.

Die von Joshua Kimmich als Kapitän angeführte vermeintliche B-Elf erlaubte sich in der ersten Hälfte nur einen kleinen Ausrutscher. Aussenbahnspieler Führich entwischte auf der rechten Seite der Münchner und schob elegant mit der rechten Innenseite gegen Neuers Stellvertreter Jonas Urbig ein. Auf der Tribüne guckte Ehrenpräsident Uli Hoeness da etwas zerknirscht.
Die Bayern haben aber eben auch einen Galakicker wie Jamal Musiala. Der Edeltechniker liess in seinem 150. Bundesligaspiel auf der rechten Seite des Rivalen in Bilal El Khannouss und Finn Jeltsch, der zur Halbzeit in der Kabine blieb, gleich zwei Stuttgarter aussteigen. Der Ausgleich durch Guerreiro war ein Meter vor der Torlinie nur Formsache.
Jeltsch patzt gleich zweimal
Ein Fehlpass von Jeltsch im Mittelfeld befeuerte den Bayern-Express. Die schon in der Hinrunde beim 0:5 abgeschossenen Stuttgarter waren nur noch Statisten. Jackson nahm nach vollendetem Konter zum Dank Vorlagengeber Luis Díaz Huckepack. Noch vor der Halbzeit erhöhte Davies nach einem von VfB-Verteidiger Jeff Chabot abgefälschten Linksschuss. Und Kane machte nach seiner Einwechslung einfach mit dem Tore schiessen weiter. Chema betrieb nur Ergebniskosmetik für Stuttgart.
Eine Party seiner Bayern hatte Kompany schon vor dem finalen Akt zur Meisterschaft ausgeschlossen. Schliesslich sind die Münchner auf Triple-Mission. (dpa)


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