
Bayern bodigt Leipzig mit 5:1, United gewinnt das Manchester Derby gegen City und Super-League-Leader Thun kehrt aus der Winterpause mit einem Sieg gegen die Grasshoppers zurück. Das Wochenende sorgte einmal mehr für spannende Fussball-Geschichten.
Doch die spektakulärste Begegnung spielte sich am Sonntagabend in der marokkanischen Hauptstadt Rabat ab. Im Finale des Afrika-Cups empfing Gastgeber Marokko den Senegal. Das Spiel war nicht nur deshalb spektakulär, weil es um den wichtigsten Titel des Kontinents ging. Sondern weil sich dort Szenen abspielten, die der Fussball-Fan so wohl noch nie gesehen hat.
Auslöser für Protest war Penalty-Entscheid
Ausschlaggebend ist die 98. Spielminute. Achte und letzte Minute Nachspielzeit der regulären Partie. Zu diesem Zeitpunkt steht es 0:0, die Verlängerung steht kurz bevor. Dann zeigt Schiedsrichter Jean-Jacques Ndala auf den Punkt. Marokkos Brahim Diaz soll im senegalesischen Strafraum regelwidrig am Trikot gezerrt worden sein. Nach Konsultation mit dem VAR steht die Entscheidung fest: Penalty für Marokko.
Die Senegalesen verstehen die Welt nicht mehr. Einerseits, weil Diaz ziemlich leicht zu Boden ging. Andererseits, weil der Unparteiische nur wenige Minuten zuvor einen Treffer der Senegalesen aberkannt hatte – eine fragwürdige Entscheidung.
Senegals Trainer ist so furios, dass er seine Mannschaft aus Protest anweist, das Spielfeld zu verlassen, bevor der Elfmeter überhaupt ausgeführt werden kann. Dass sich Senegal vom Unparteiischen ungerecht behandelt fühlt, ist nachvollziehbar. Dass man sich aber weigert, die Partie weiterzuspielen, ist unfassbar. Schliesslich handelt es sich hier um das Final eines bedeutenden internationalen Fussball-Wettbewerb.

Sadio Mané ist einer der einzigen Senegal-Spieler, der auf dem Platz bleibt. Und er ist auch derjenige, der wohl einen Spielabbruch und eine Forfait-Niederlage verhindert. Denn nachdem ein paar Minuten vergehen, holt er seine Teamkollegen aus der Kabine zurück. Rund 15 Minuten vergehen, ehe Marokko den Penalty ausführen kann.
Brahim Diaz hat den Afrika-Cup auf dem Fuss
Der gefoulte Brahim Diaz läuft selber an. Er, der bisherige Spieler des Turniers, hat die Möglichkeit, Marokko vor heimischem Publikum zum ersten Mal nach 50 Jahren zum Afrikameister zu schiessen. Eine ganze Nation zu erlösen.

Doch das Real-Juwel scheitert. Kläglich. Er versucht es per Panenka. Senegal-Goalie Édouard Mendy riecht die Finte, bleibt stehen und hält den Ball mühelos. Statt Jubel muss Marokko in die Verlängerung.
Und dort kommt es, wie es kommen muss: In der 94. Minute erzielt Pape Gueye das 1:0 für Senegal. Dabei bleibt es. Senegal kürt sich zum Afrika-Meister. Bei Marokko und allen voran Brahim Diaz ist die Enttäuschung riesig.

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