Am Samstag kam es kurz vor 11 Uhr auf der Chäserenstrasse in Unteriberg zu einem verhängnisvollen Verkehrsunfall. Eine 76-jährige Automobilistin fuhr zusammen mit ihrer 90-jährigen Beifahrerin von der Talstation Weglosen in allgemeiner Richtung Drusberghütte. Auf Höhe der Örtlichkeit «Laueli» geriet der Personenwagen aus bislang ungeklärten Gründen links von der Fahrbahn ab.
Die Schwyzer Polizei schreibt in einer Mitteilung: «Das Fahrzeug stürzte in der Folge rund 40 Meter einen steilen Abhang hinunter, überschlug sich dabei mehrfach und kam schliesslich in einem Bachbett zum Stillstand.»
Eine Drittperson in der Nähe hatte den Unfall beobachtet. Die Frau begab sich umgehend zur Unfallstelle und leistete den beiden Verunfallten bis zum Eintreffen der Rettungskräfte Erste Hilfe.
«Aufgrund des unwegsamen Geländes wurden die beiden verletzten Frauen mittels einer Seilwindenaktion der Rega geborgen» so die Kapo Schwyz. Die 90-jährige Beifahrerin wurde mit unbestimmten Verletzungen in ein Spital geflogen. Die 76-jährige Lenkerin wurde durch den Rettungsdienst Einsiedeln medizinisch versorgt und mit eher leichten Verletzungen ebenfalls in Spitalpflege gebracht.
Die Bergung des erheblich beschädigten Personenwagens gestaltete sich aufwendig und wurde laut Polizeiangaben durch ein Abschleppunternehmen durchgeführt. Die genaue Unfallursache ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen der Kantonspolizei Schwyz in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft.
So läuft eine Rettungsaktion mit Beteiligten im Seniorenalter
Für die Feuerwehr liegt die oberste Priorität zunächst in der Erkundung des Geländes und der Sicherung der Einsatzstelle. Die Einsatzkräfte müssen Pfade oder Seilsicherungen einrichten, um überhaupt sicher zum Wrack absteigen zu können. Vor Ort muss das Unfallfahrzeug unverzüglich gegen ein weiteres Abrutschen oder Überschlagen gesichert werden, meist mithilfe von Seilwinden, Gurten oder Greifzügen. Anschliessend steht die technische Rettung im Vordergrund.
Da bei einem derart tiefen Absturz von schweren Deformationen der Fahrgastzelle auszugehen ist, müssen hydraulische Rettungsgeräte wie Schere und Spreizer im Steilhang eingesetzt werden, um Zugangsöffnungen zu schaffen und die beiden verletzten Frauen schonend zu befreien. Zudem stellt die Feuerwehr den Brandschutz sicher, fängt auslaufende Betriebsstoffe auf und leuchtet bei Bedarf das Gelände grossflächig aus.
Für die Rega bedeutet dieser Einsatz eine anspruchsvolle medizinische Erstversorgung und eine technisch komplexe Evakuierung aus der Luft. Oft wird der Notarzt zusammen mit einem Rettungsspezialisten Helikopter direkt per Rettungswinde an der Unfallstelle abgesetzt. Bei älteren Patientinnen ist das Risiko schwerer oder lebensbedrohlicher Mehrfachverletzungen nach einem solchen Sturz besonders hoch. Der Notarzt muss die Patientinnen noch im Wrack oder am Hang stabilisieren, Schmerzen behandeln und sie für den Transport vorbereiten. Da ein Abtransport über den 40 Meter langen Steilhang am Boden meist zu zeitintensiv und für die Verletzten zu belastend wäre, erfolgt die Rettung typischerweise über die Rettungswinde des Helikopters mittels Rettungssack oder Bergedreieck. Anschliessend werden die Patientinnen zur Zwischenlandung geflogen oder direkt in ein geeignetes Zentrumsspital transportiert.
Die Koordination zwischen Feuerwehr und Rega ist bei solchen Lagen der entscheidende Faktor. Beide Organisationen arbeiten Hand in Hand: Die Feuerwehr sichert das Umfeld und schafft den physischen Zugang, während die Rega-Besatzung die medizinische Führung übernimmt und die Flugrettung organisiert. Auch die Kommunikation muss präzise laufen, da der Abwind des Helikopters lose Gegenstände oder Steine aufwerfen kann, was besondere Schutzmassnahmen für die Einsatzkräfte am Boden erfordert. gh



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