An unserem Esstisch. Die Familie ist vereint. Es dunkelt bereits. Kerzen brennen.
«Bin ich eine Ente?»
«Nein, du bist eine Person, keine Ente.»
«Bin ich real?»
«Nein.»
«Was? Ich bin nicht real? Echt?»
«Nein, nicht echt. Du bist nicht real. Hmmm … Doch. Doch, irgendwie schon ein bitzli.»
«Ja, was denn jetzt? Bin ich real oder nicht?»
«Interpretationsfrage.»
«Bin ich ein Fisch?»
«Nein. Wir sagten doch, du bist eine Person.»
«Bin ich eine Frau?»
«Nein.»
«Ja, was denn jetzt? Jetzt komme ich nicht mehr draus.»
«Singe ich?»
«Oft.»
«Ich bin nicht real und ich singe? Bin ich ein Vogel?»
«Nein. Du bist eine Person, keine Ente, kein Vogel.»
«Spiele ich eine Nebenrolle?»
«Ja, eher.»
«Ja, was! Wie gemein. Ich bin nur eine Nebenrolle? Eine, die singt?»
Keine Angst, lieber Leser, liebe Leserin. Ich bin mir meiner Persönlichkeit manchmal sehr wohl bewusst. Ich habe auch keine multiple Persönlichkeit, so meine ich zumindest. An unserem Esstisch wird lediglich «Wer bin ich?» gespielt. Ein simples, aber äusserst witziges Spiel, das ich gerade jetzt in den Frühlingsferien jeder Familie oder Freunden wärmstens empfehlen kann. Also: Schreiben Sie Charaktere, ob real oder fiktiv, auf ein Zettelchen und kleben Sie diese Ihrem Sitznachbarn an die Stirn. Und los gehts mit Raten!
«Bin ich eine Ente? Nein.»
«Wir sagten es doch. Du bist weder Fisch noch Vogel.»
PS: Raten Sie mal, wer ich war.
PPS: Ich war Ernesto Cruz (Musiker aus dem Film «Coco»).



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