Zeugenaufruf

Wer beobachtete die Unfallfahrt dieses Wagens von Küssnacht nach Merlischachen?

Schlingernd war ein39-jähriger Autolenker auf der Luzernerstrasse von Küssnacht nach Merlischachen unterwegs. Es kam zu zwei Kollisionen. Die Polizei sucht einen weiteren Unfallbeteiligten und allfällige Zeugen.
Der Wagen des Verursachers weist Schäden an der Fahrerseite auf.
Bild: Kapo Schwyz

Am frühen Dienstagabend wurde der Einsatzleitzentrale der Kantonspolizei Schwyz kurz vor 18 Uhr gemeldet, dass ein Personenwagen mit unsicherer Fahrweise von Küssnacht auf der Luzernerstrasse in Richtung Merlischachen unterwegs sei. «Bereits in Küssnacht kollidierte der PW-Lenker mit einer Tunnelwand und fuhr, ohne sich um den Schaden zu kümmern, weiter», teilte die Kapo am Mittwoch mit, «kurz vor der Dorfeinfahrt Merlischachen kam es zu einer weiteren Streifkollision mit einem entgegenkommenden, unbekannten Personenwagen.»

Im Dorf Merlischachen konnte der Unfallverursacher schliesslich angehalten werden. Beim 39-Jährigen wurde eine Blut- und Urinprobe angeordnet und sein Führerschein zuhanden des Schwyzer Verkehrsamts abgenommen. Er wird sich vor der kantonalen Staatsanwaltschaft verantworten müssen.

Zur Klärung des vollständigen Sachverhalts sucht die Kantonspolizei den Lenker des erwähnten, entgegenkommenden Fahrzeugs. Die Polizei schreibt: «Dabei handelt es sich mutmasslich um einen schwarzen Personenwagen.» Dieser dürfte, wie das Fahrzeug des Verursachers, durch die Streifkollision auf der linken Fahrzeugseite beschädigt sein. Die Person am Steuer sowie weitere Personen, welche die Streifkollision beobachtet haben, werden gebeten, sich bei der Kantonspolizei Schwyz unter Telefon 041 819 29 29 zu melden.

Ein Zeugenaufruf ist meistens nur der sichtbare Teil der Ermittlungsarbeit. Hinter den Kulissen setzt die Kantonspolizei in solchen Fällen eine ganze Reihe von Massnahmen in Gang, um ein flüchtiges Fahrzeug zu identifizieren und zu lokalisieren.

Direkt am Unfallort sichern die Spezialisten des Verkehrszuges oder des Kriminaltechnischen Dienstes kleinste Spuren. Selbst winzige Trümmerteile wie Splitter von Scheinwerferglas, Kunststoffclips oder Lackspuren können entscheidend sein. Anhand von eingeprägten Seriennummern oder Teilenummern auf abgebrochenen Plastikteilen lässt sich oft der genaue Fahrzeughersteller, das Modell und die Baujahre eingrenzen. Über Lackanalysen und Farbcodes der Hersteller kann zudem die Originalfarbe exakt bestimmt werden.

Ein weiterer Schritt ist die Information des Gewerbes. Die Polizei kontaktiert Garagen, Karosseriewerkstätten, Autolackierereien und oft auch Ersatzteilhändler sowie Abschleppdienste in der Region und den Nachbarkantonen. Diese Betriebe werden gebeten, verdächtige Reparaturanfragen oder Bestellungen für linke Karosserieteile wie Kotflügel, Aussenspiegel oder Türen unverzüglich zu melden.

Parallel dazu wird das Videomaterial im Umkreis ausgewertet. Die Ermittler prüfen Aufnahmen von Überwachungskameras an Tankstellen, Autobahnabschnitten, Tunnels, Kreuzungen oder angrenzenden Gewerbeliegenschaften, die rund um den Unfallzeitpunkt an möglichen Fluchtrouten lagen.

Ergibt die Spurenanalyse ein konkretes Modell, gleicht die Polizei die Daten mit dem kantonalen Fahrzeugregister ab. Dadurch lässt sich die Liste der im Kanton oder Bezirk gemeldeten Fahrzeuge dieses Typs mit schwarzer Farbe herausfiltern. Bei kleineren Treffermengen kann die Polizei diese Fahrzeughalter direkt kontaktieren oder deren Fahrzeuge an den Wohnadressen überprüfen.

Zusätzlich werden die Patrouillen im gesamten Kantonsgebiet und in den Nachbarkantonen im Rahmen der Fahndung instruiert, bei Patrouillenfahrten und Verkehrskontrollen gezielt auf schwarze Autos mit frischen Beschädigungen auf der linken Seite zu achten. Auch Versicherungsgesellschaften werden bei Bedarf sensibilisiert, falls jemand zeitnah einen verdächtigen Kaskoschaden meldet.

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