Am Dienstagabend verursachte gemäss einer Medienmitteilung der Kantonspolizei Schwyz ein unbekannter Autofahrer zwischen 22 Uhr und Mitternacht in Egg eine rund zwei Kilometer lange Ölspur.
«Diese verläuft von der Kapellstrasse über die Meierenstasse und die Teufelsbrücke bis zum Gebiet Chüelwisli unterhalb des Etzels», heisst es im Bulletin der Kapo. Dort wurde der Personenwagen vermutlich abgeschleppt.
Die Strassen mussten durch eine Spezialfirma von der Ölspur befreit werden. Für die Reinigungsarbeiten stand auch die Stützpunkfeuerwehr Einsiedeln im Einsatz.
Die Kantonspolizei Schwyz sucht den fehlbaren Autofahrer. Er sowie Personen, die Angaben zum verursachenden Fahrzeug machen können werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 041 819 29 29 bei der Einsatzzentrale der Kantonspolizei Schwyz zu melden.
Die Reinigung einer kilometerlangen Ölspur ist übrigens deshalb so aufwändig, weil moderne Strassenbeläge aus Asphalt keineswegs so glatt sind, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Asphalt ist ein offenporiges Material, das im Grunde wie ein sehr harter Schwamm fungiert. Wenn Öl ausläuft, fliesst es nicht einfach nur oben drüber, sondern sickert tief in diese winzigen Hohlräume ein. Um die Strasse wieder sicher zu machen, reicht es daher nicht, die Oberfläche nur oberflächlich abzuwischen. Jeder Restfilm in den Poren kann bei Regen oder auch nur hoher Luftfeuchtigkeit wieder nach oben gedrückt werden und die Fahrbahn in eine gefährliche Rutschbahn verwandeln, die für Motorradfahrer und Autofahrer wie Schmierseife wirkt.
Der Reinigungsprozess beginnt meistens mit dem Ausbringen von speziellem Ölbindemittel. Dieses Granulat muss aktiv in den Boden eingearbeitet werden, was oft durch manuelles Kehren oder mit speziellen Maschinen geschieht. Das Bindemittel saugt das Öl aus den Poren, wird dadurch aber selbst zu Sondermüll. Bei einer Strecke von mehreren Kilometern fallen so tonnenweise verunreinigte Materialien an, die fachgerecht eingesammelt, transportiert und entsorgt werden müssen. Das erfordert einen massiven Einsatz an Personal und Fahrzeugen, was die logistische Komplexität und den Zeitaufwand massiv in die Höhe treibt.
Zusätzlich kommen bei langen Ölspuren oft spezielle Reinigungsfahrzeuge zum Einsatz, die mit Hochdruck und heissem Wasser arbeiten. Diese Maschinen sprühen eine Reinigungslösung auf den Asphalt, bürsten die Oberfläche mit rotierenden Besen und saugen das schmutzige Gemisch im gleichen Arbeitsgang sofort wieder auf. Da diese Fahrzeuge nur im Schritttempo fahren können, um eine gründliche Tiefenreinigung zu gewährleisten, dauert die Bearbeitung einer kilometerlangen Strecke viele Stunden. Währenddessen muss die Strasse oft komplett gesperrt werden, was wiederum umfangreiche Massnahmen zur Verkehrsabsicherung und Umleitungen nötig macht.
Ein weiterer kritischer Punkt ist der Umweltschutz. Es muss unter allen Umständen verhindert werden, dass das Öl oder das kontaminierte Reinigungswasser in die Kanalisation oder in das angrenzende Erdreich gelangt.
Update 16. April
Die Kapo Schwyz meldet sich mit einem Update: «Am Dienstagabend, 7. April 2026, verursachte ein Autofahrer zwischen 22 Uhr und Mitternacht in Egg nach einer Kollision mit einem Stein eine rund zwei Kilometer lange Ölspur. Der PW-Lenker liess anschliessend sein Fahrzeug abschleppen und entfernte sich, ohne den Schaden zu melden. Aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung und polizeilichen Ermittlungen konnte der 58-jährige Fahrzeuglenker und Verursacher der Ölspur ausfindig gemacht werden. Die Kantonspolizei Schwyz bedankt sich bei der Bevölkerung und den Medien für die wertvolle Unterstützung.» gh


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