Zwei Lastwagen stehen auf dem Platz bei der Schule Tuggen. Um den grösseren haben Hubi Kälin, Landolt Transporte AG, Pfäffikon, und André Kuriger, Kuriger Transporte, Einsiedeln, farbige Blachen angeordnet. Sie erklären den Schulkindern verschiedene Aspekte rund um den Lastwagen und den Umgang damit als Velofahrer oder Fussgänger.
Diese Schülerinnen und Schüler stehen exemplarisch für über 2000 Kinder, die im Rahmen des Schulunterrichts im Kanton Schwyz in den Genuss dieser Schulung kommen. Hinter dieser Verkehrserziehung, die oft im Zuge der Veloprüfung durchgeführt wird, steht die ASTAG, der Schweizerische Nutzfahrzeugverband, Sektion Schwyz/Uri.
Alle dürfen auf den Fahrersitz
«Wir von der Sektion Schwyz/Uri bilden die Testphase. Von hier aus soll das Modell in der ganzen Schweiz Schule machen», sagt Kuriger. Von Reichenburg bis Küssnacht und vom Vierwaldstättersee bis zum Zürichsee sind sie unterwegs.
Ihre zwölf Schülerinnen und Schüler hätten die Veloprüfung schon hinter sich, erzählt die Klassenlehrerin Andrea Landolt. Es habe dort heikle Situationen gegeben, deshalb sei diese «Weiterbildung» willkommen.
Kaum ist die 4. Klasse angekommen, legen die beiden Transportprofis los. Jede Schülerin und jeder Schüler darf einmal selber in die Führerkabine des Vierachsers hinaufklettern und auf dem Fahrersessel Platz nehmen. Kälin erklärt allen einzeln, wo sie hinsehen können und wo nicht. Vor dem Lastwagen ist eine rote Zone, ein toter Winkel. Befindet sich eine Person zu nah am Lastwagen, sieht sie der Chauffeur nicht. Dasselbe gilt für die beiden seitlich liegenden gelben Flächen. Sie sind nur dank Spezialspiegeln einsehbar. Es sei aber trotzdem schwierig, bei Regen oder Dunkelheit einen Velofahrer zu erkennen.
Heikel trotz Hilfsmitteln
Kälin und Kuriger haben eigens für die Schulungen einen Papp-Velofahrer gebastelt, den sie auf einem ferngesteuerten Untersatz dem Lastwagen entlang auf der rechten Seite nach vorne fahren können. «Siehst du den Velofahrer? Welche Farbe hat sein Helm? Auf welcher Fläche befindet er sich jetzt? Siehst du ihn immer noch?», dies sind Fragen, die Kälin den Kindern stellt.
Fazit für den Nachwuchs: Es ist «verboten», mit dem Velo rechts an einem Lastwagen vorbei nach vorne zu fahren, weil man sonst darunter kommen kann – und man sucht vor dem Lastwagen Blickkontakt mit dem Chauffeur, um sicherzustellen, dass er einen sieht.
In den letzten Tagen und Wochen fanden diese Schulungen auch in unserer Region statt, und zwar in Einsiedeln, Rothenthurm, Ingenbohl, Steinen und Arth. (ua/gh)

Kommentare
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien, die Kommentare werden von uns moderiert.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.