Vergangene Woche waren im Lauerzersee Blaualgenblüten mit blossem Auge erkennbar. Dies geht aus einer Mitteilung des Amts für Gewässer hervor. Durch die Niederschläge am Wochenende sowie die merkliche Abkühlung hat sich die Lage inzwischen zwar verbessert. Dennoch ist das Thema nicht vom Tisch.
Philip Baruffa, beim Kanton zuständig für den Gewässerschutz, sagt auf Anfrage: «Bei einer Blaualgenblüte können die Giftkonzentrationen gefährlich werden. Gesundheitsschädlich sind diese aber erst, wenn sie für uns mit blossem Auge sichtbar sind. Letzte Woche traf dies im Lauerzersee zu.»
Behörden empfehlen bestimmte Verhaltensweisen
Dank dem Wetterumschwung geht Baruffa nun davon aus, dass die akute Gesundheitsgefährdung im offenen Wasser vorerst vorbei ist. Trotzdem kommen Blaualgen im Lauerzersee weiterhin vor.
Das Amt für Gewässer empfiehlt, das Wasser im Lauerzersee nicht zu schlucken sowie trübe Stellen und sichtbare Algensammlungen zu meiden. Nach dem Baden wird eine gründliche Dusche angeraten. Bei Verdacht auf eine Vergiftung sollte umgehend medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.
Besonders gefährlich können Blaualgenblüten für Hunde sein. Die Schweizerische Kynologische Gesellschaft warnt eindringlich davor, dass die sogenannten Cyanobakterien für Vierbeiner potenziell lebensbedrohlich sind. «Sie können sowohl milde Symptome wie Erbrechen auslösen als auch mit Krampfanfällen und Atembeschwerden tödlich verlaufen», teilt die Organisation auf Anfrage mit. Deshalb sollten Hunde auch von Pfützen im Uferbereich ferngehalten werden.
Kein neues Phänomen
Seit 2017 erhält das Amt für Gewässer beinahe jährlich Meldungen zu Blaualgen. «Je nach Jahr und Umweltbedingungen hatten wir bis maximal fünf Meldungen pro Jahr», sagt Baruffa.
Blaualgenblüten können in allen Seen auftreten. In den vergangenen Jahren wurden im Vierwaldstättersee, im Zugersee sowie in zwei Weihern in Wollerau Algenblüten festgestellt.
Langfristige Besserung ist nicht in Sicht
Blaualgen vermehren sich besonders bei ruhigem Wasser, starker Sonneneinstrahlung, hohen Wassertemperaturen und einem ausreichenden Nährstoffgehalt. Laut dem Amt für Gewässer wird sich die Situation aufgrund der tiefen Temperaturen in den kommenden Tagen wohl weiter entspannen.
Dies wird aber kaum von Dauer sein. Bei höheren Temperaturen erwarten die Experten, dass sich die Blaualgen im Lauerzersee und in weiteren Seen erneut vermehren werden. Die Wasserqualität des Lauerzersees habe sich in den vergangenen Jahren allerdings nicht merklich verändert.
Baruffa sagt: «Es ist davon auszugehen, dass die Umweltbedingungen auch in den kommenden Jahren zugunsten der Cyanobakterien auftreten und es wiederholt zu Algenblüten kommen wird.»



Kommentare
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien, die Kommentare werden von uns moderiert.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.