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Vorübergehend kein Strom auf der SBB-Strecke am Axen

Zwischen Sisikon und Brunnen kam es am frühen Dienstagmorgen zu einer Stellwerkstörung. Die Folge waren Einschränkungen im Bahnverkehr, wie die SBB mitteilten.

Der Fernverkehr wurde in Arth-Goldau und Altdorf sowie der Regionalverkehr in Flüelen und Brunnen gewendet. Da die Störung länger andauern könnte, wie es zunächst hiess, wurden Bahnersatzbusse aufgeboten. Auf der Bahnstrecke war es zu einem Stromausfall gekommen. Betroffen waren die Linien EC, IC2, IC21, IR26, IR46 und S2. 

Vorerst waren keine genaue Prognose zur Störungsbehebung möglich. Fachleute arbeiteten mit Hochdruck daran, diese zu beheben. Die SBB baten ihre Kundinnen und Kunden, für ihre Reisen genügend Zeit einzuplanen. Ein Blick auf die Störungsmeldungen nach 8 Uhr morgens zeigte, dass die Züge wieder planmässig verkehrten. Es sei noch mit Verspätungen und vereinzelten Zugausfällen zu rechnen, so die SBB.

Warum braucht es bei einem Stromunterbruch Geduld?

Das Bahnstromnetz ist kein einfacher Stromkreis, sondern ein Hochspannungsnetz mit 15'000 Volt. Ein plötzliches, unkontrolliertes Wiedereinschalten wäre extrem gefährlich. Zuerst muss die Ursache des Unterbruchs gefunden und behoben werden. Handelt es sich um einen Kurzschluss durch einen Ast in der Oberleitung, einen Defekt in einem Unterwerk oder einen grösseren Leitungsschaden? Techniker müssen dies vor Ort überprüfen.

Danach folgt ein gestaffeltes, kontrolliertes Hochfahren des Netzes. Die Strecke wird in Abschnitte unterteilt, die einzeln und koordiniert vom Stellwerk aus wieder mit Strom versorgt werden. So wird verhindert, dass eine unentdeckte Störung sofort wieder einen ganzen Sektor lahmlegt oder weitere Schäden verursacht. Parallel dazu müssen alle Züge, die auf der Strecke stehen geblieben sind, "neu gestartet" werden. Die Lokführer führen Systemchecks durch und fordern eine Fahrerlaubnis an.

Der aufwendigste Teil ist aber die betriebliche Neuorganisation. Der gesamte Fahrplan ist nach einem Unterbruch Makulatur. Die Betriebszentrale muss ein riesiges Puzzle lösen: Wo steht welcher Zug? Wo sind die Lokführer und das Zugpersonal? Welche Züge haben Priorität, um die Hauptachsen so schnell wie möglich wieder freizubekommen? Diese Koordination, um das Chaos zu entwirren und einen stabilen Notfahrplan zu erstellen, braucht Zeit und verursacht die oft langen Folgeverspätungen. gh

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