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Kanton Schwyz

Stärkung der psychischen Gesundheit mit Lebenslust, Freude und Energie

Heute ist Tag der psychischen Gesundheit. Eine Spurensuche im Kanton Schwyz.
Auf der Rigi wurde die Wanderskulptur «Wie geht’s dir?» aufgestellt.
Bild: zvg

Der Anteil der Personen, die wegen einer psychischen Krankheit in Behandlung sind, hat im Kanton Schwyz seit 2017 um 4 Prozent zugenommen. «Die Nachfrage nach Psychotherapie ist gross und die Suche nach qualifizierten Fachkräften schwierig», heisst es von Vincent Brügger und Julia Buchcik. Die beiden sind Co-Programmleiter psychische Gesundheit von Gesundheit Schwyz. Diese ist die Fachstelle für Gesundheitsförderung und Prävention im Auftrag des Kantons Schwyz und Teil der Triaplus AG (integrierte Psychiatrie in den Kantonen Uri, Schwyz und Zug).

Wie die beiden ausführen, fühlen sich 10,1 Prozent der Schwyzerinnen und Schwyzer mittel bis stark psychisch belastet, also deutlich weniger als in der gesamten Schweiz mit 17,8 Prozent. Seit elf Jahren setzt Gesundheit Schwyz die Kampagne «Wie geht’s dir?» um und sensibilisiert damit die Schwyzer Bevölkerung, über ihre Emotionen und Gefühle zu sprechen und bei Bedarf Hilfe zu holen. Die Kampagne zeigt auf humorvolle Weise Möglichkeiten auf, wie die psychische Gesundheit gestärkt werden kann. Zentral ist die Vermittlung von Strategien zur Stärkung der eigenen Ressourcen und des sozialen Umfelds. «Wie geht’s dir?» will dazu anregen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen – und gleichzeitig aufzeigen, dass die Stärkung der psychischen Gesundheit mit Lebenslust, Freude und Energie verbunden sein kann.

Von der Prävention und einem positiven Lebensumfeld

Für Betroffene sei neben dem Zugang zu psychischer Versorgung die Stärkung der psychischen Gesundheit, bevor Erkrankungen überhaupt aufträten, wichtig. Denn «Menschen, die über hohe Gesundheitskompetenzen wie Resilienz, Selbstwirksamkeit, Emotionsregulation und Kontrollüberzeugung verfügen, sind deutlich weniger gefährdet, psychisch zu erkranken».

Vincent Brügger, Co-Programmleiter psychische Gesundheit von Gesundheit Schwyz.
Bild: André Herger

Wer zudem von einem positiven Lebensumfeld profitiere, habe geringere Risiken, psychisch krank zu werden. «Gesellschaftlich sollte der Fokus deshalb stärker auf Gesundheitsförderung und Prävention liegen statt ausschliesslich auf Therapie und Krankheitsbehandlung», sagen die beiden Co-Programmleiter. «Dies würde die Lebensqualität und das Wohlbefinden erhöhen und gleichzeitig das Leiden und die Krankheitskosten mindern.» Die Angebote zur Prävention sind vielfältig, darunter Emotionenboxen für Schulkinder, Informationsbroschüren für Erziehungsberechtigte oder Selbsthilfegruppen – alles abrufbar unter www.gesundheit-schwyz.ch.

Von Informationen und guten Rahmenbedingungen

Fachpersonen der Gesundheitsförderung und Prävention haben das Ziel, Menschen zu informieren, zu befähigen und zu motivieren, ihre Lebensweise gesund zu gestalten. «Gleichzeitig sollten aber gesellschaftliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, die diesen Prozess unterstützen», heisst es von Brügger und Buchcik weiter. «Es geht darum, die Menschen dabei zu unterstützen, gesundheitsförderliche Lebensweisen anzunehmen, zum Beispiel durch Schulungen zur ausgewogenen Ernährung, Workshops zur Bewegungsförderung oder Kampagnen zur Stärkung der psychischen Gesundheit.» Parallel dazu sollten strukturelle Massnahmen das Umfeld der Menschen verbessern, «zum Beispiel durch rund um die Uhr erreichbare Sorgentelefone, einen einfachen Zugang zu Sportanlagen und Erholungsgebieten oder flexible Arbeitszeiten».

Julia Buchcik, Co-Programmleiterin psychische Gesundheit von Gesundheit Schwyz.
Bild: André Herger
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