Kanton Schwyz

Spitex zeigt sich bereit für den grossen Sturm

Die Schwyzer Basisorganisationen haben zusammen mit dem Kantonalverband das Projekt «Spitex SZ – Wege in die Zukunft» abgeschlossen. Der Schlussbericht zeigt: Der eingeschlagene Weg passt – die Herausforderungen bleiben.

Die Herausforderungen sind bekannt: Die Zahl der über 80-jährigen Personen wird sich in den kommenden zwei Jahrzehnten verdoppeln. Zusätzlich verlangt die «Ambulantisierung» der Akutmedizin eine tiefgreifende Neuausrichtung der ambulanten Pflege.

Darum haben die Spitex-Basisorganisationen zusammen mit dem Kantonalverband SKSZ im Jahr 2023 das Projekt «Spitex SZ – Wege in die Zukunft» (WIZ) initiiert. 26 von 30 Schwyzer Gemeinden beteiligten sich und finanzierten das über drei Jahre dauernde Projekt mit insgesamt 600’000 Franken. Die operative Führung des Projektes oblag Roland Bühlmann, dem heutigen Geschäftsleiter des SKSZ.

Vier strategische Säulen

Das Projekt WIZ stützte sich auf vier strategische Säulen: Erstens die Weiterentwicklung der Spitex-Leistungen, um die wachsenden Herausforderungen in der ambulanten Pflege und Betreuung zu meistern und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Zweitens die Steigerung der Arbeitgeberattraktivität sowie die Professionalisierung der Akquise und Bindung von Fachkräften. Drittens soll die Klient-Umfeld-Kultur durch systemische Einbindung des sozialen Umfelds und der Gemeinden zur Prävention und Bedarfsreduktion gestärkt werden. Schliesslich betrifft die vierte Säule die Organisation und Wirtschaftlichkeit, um eine weitere Transformation der Spitex-Organisationen zu agilen, betriebswirtschaftlich optimierten Strukturen zu ermöglichen.

«Die zentralen Herausforderungen der Spitex im Kanton Schwyz liegen auch in der geografischen Besonderheit.»Roland BühlmannProjektleiter WIZ und Geschäftsleiter Spitex-Kantonalverband Schwyz

Das Projekt wurde Ende 2025 abgeschlossen und durch das Büro Brägger evaluiert. Die Evaluationsresultate sind öffentlich zugänglich (spitexsz.ch/downloads). Die Resultate fallen grundsätzlich positiv aus – zeigen aber auch Entwicklungspotenzial und Herausforderungen auf verschiedenen Ebenen auf.

Die Entwicklung geht weiter

Die wohl wichtigste Erkenntnis: Die demografische Herausforderung kann nur in Kooperation innerhalb der Spitex und mit anderen Partnern bewältigt werden. So haben sich im inneren Kantonsteil die kleineren mit den grösseren Spitex-Organisationen zusammengetan, um diverse Herausforderungen und Leistungen gemeinsam anzugehen. Die grossen Spitex-Organisationen Höfe und March setzen die erarbeiteten Konzepte selbstständig um, arbeiten aber an der konzeptionellen Weiterentwicklung mit. Die zentralen Herausforderungen der Spitex im Kanton Schwyz liegen auch in der geografischen Besonderheit und der Heterogenität der Spitex-Landschaft.

Darum haben die Spitex-Basisorganisationen zusammen mit dem SKSZ die Strategie «Spitex SZ 2030» erarbeitet. Dadurch werden verbindliche Kooperationsstrukturen geschaffen und die Entscheidungskompetenzen zwischen SKSZ und Basisorganisationen neu definiert. Die Spitex muss sich auf allen Ebenen sehr agil aufstellen, um den eingeschlagenen Weg in die Zukunft proaktiv gestalten zu können. Anpassung und Weiterentwicklung werden zum Dauerthema.

Der Kanton engagiert sich

Der Spitex-Kantonalverband hat Anfang 2026 den Bereich «Weiterentwicklung» geschaffen. Erfreulicherweise engagiert sich der Kanton Schwyz während der nächsten drei Jahre mit jährlich 100’000 Franken an den Kosten für die gemeinsame Weiterentwicklung der ambulanten Pflege. Somit ist gewährleistet, dass die Spitex-Organisationen den Schwung, den das WIZ ausgelöst hat, in die Zukunft mitnehmen können. Denn es gilt, auf diesem Weg in die Zukunft weiterhin bereit zu sein, einige Steine aus dem Weg zu räumen. ( zvg )

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