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Vierwaldstättersee

SGV fusioniert mit der SGV

Die professionelle Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee trennt ihre strategische und operative Tätigkeit. Neu werden der Schifffahrtsbetrieb, die Schiffbaufirma Shiptec und die Gastro-Unternehmung Tavolago Töchter einer Holding sein.
Die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees nimmt Kurs auf eine neue Konzernstruktur, Anfang Juni wird darüber entschieden.
Bild: Archivbild: Christoph Clavadetscher

Schifffahrt künftig unter Holding-Dach

Josias Clavadetscher

Die Aktionärsversammlung der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees AG (SGV) hat dieses Jahr einen beachtlichen Brocken auf dem Tisch. Es geht um eine neue Firmenstruktur. Den bisherigen SGV-Firmen wird neu eine Holding übergestülpt. Der Verwaltungsrat ist der Ansicht, dass damit die strategische Weiterentwicklung der ganzen SGV-Gruppe besser unterstützt und realisiert werden kann.

Aus der alten SGV wird die SGV-Holding

Umgesetzt wird dies mit einer Fusion. Die bisherige SGV AG geht durch eine Fusion in die neue SGV Holding AG über. Die heutigen Aktionäre werden die Aktionäre der neuen Holding sein. Diese ist eine reine Managementholding. Sie ist nicht für operative Aufgaben zuständig, besorgt aber die Verwaltung, Finanzierung und Führung der Beteiligungen und ist für gruppenübergreifende Aufgaben wie IT, Sicherheit, Finanzen, Controlling, Support und Personaladministration zuständig. Gleichzeitig wird der operative Schiffsbetrieb an eine «neue» SGV AG übertragen. Diese Schifffahrtsgesellschaft wird auch Eigentümerin aller Schiffe und der Schiffstationen sein. Zudem hält sie eine Beteiligung an der letztes Jahr neu gegründeten SGV Express AG, welche die direkte Schiffsverbindung zwischen Luzern und Kehrsiten-Bürgenstock betreibt.

Die neue SGV AG wird zur Tochter der SGV Holding AG, genau gleich wie die Tavolago AG für den ganze Bereich Gastro und Hotellerie oder die Shiptec AG für den Geschäftsbereich Schiffbau.

Komplizierter Umbau des Aktienbestands

Am meisten Kopfzerbrechen verursachte der Umbau auf dem Weg bis zu einer neuen Aktienstruktur. Bisher kannte die SGV rund 10300 Stammaktien zu nominal einem Franken und etwa 31000 Vorzugsaktien zu nominal 250 Franken. Entsprechend waren auch die Stimmrechte unterschiedlich. Neu soll eine Einheitsaktie zum Nennwert von 40 Franken eingeführt werden. Damit werden alle Aktionäre mit je einer Stimme pro Aktie gleich behandelt, und die Aktienstruktur wird vereinheitlicht. Um den Umtausch der Aktien zu ermöglichen, werden je nach Aktienanteil sogenannte Spitzenausgleiche bezahlt. Gesamthaft werden dafür 645000 Franken aufgewendet, die bar ausbezahlt werden.

Das Aktienkapital der neuen Holding beträgt 6,5 Mio. Franken. Die künftig 162500 neuen Einheitsaktien werden als nicht kotierte Nebenwerte am Markt gehandelt. Nach Genehmigung des Fusionsvertrags und damit der Konzernstruktur werden die alten Aktien in zwei Schritten umgetauscht. Wer die alten Aktien als nostalgisches Dokument behalten will, erhält diese anschliessend entwertet zugestellt.

2,68 Millionen Passagiere befördert

Das Geschäftsjahr 2017 ist für die SGV AG sehr gut ausgefallen. Es wurden 2,68 Mio. Passagiere befördert. Das sind rund 270000 mehr als im Vorjahr. Die Schiffe haben 442000 km zurückgelegt. Bei einem Umsatz von 75,8 Mio. Franken hat die SGV einen Betriebserfolg (Ebit) von 3,5 Mio. und einen Jahresgewinn von 1,4 Mio. Franken erzielt.

Über das Jahresergebnis befinden und über die neue Struktur entscheiden wird die Aktionärsversammlung vom 5. Juni im KKL Luzern.

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