Schwyz

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Würgespielen unter Jugendlichen

Nach der Schule warnt jetzt auch die Polizei vor lebensgefährlichen Würgespielen, die unter Begriffen wie «Choking Challenge» oder «Blackout Challenge» aktuell bei Kindern und Jugendlichen in unserer Region die Runde machen. Es laufen strafrechtliche Ermittlungen.
Die Videos werden auf Plattformen wie TikTok geteilt.
Bild: Symbolbild

Da im Kanton Schwyz laut Polizeiangaben bereits mehrere Vorfälle bekannt seien, wendet sich die Polizei nun gezielt an Minderjährige, Eltern sowie Bezugspersonen, um das Bewusstsein für die massiven Risiken zu schärfen. Die 5. Abteilung der Schwyzer Staatsanwaltschaft, zuständig für Jugendstrafsachen, hat zu den Vorkommnissen entsprechende strafrechtliche Abklärungen aufgenommen.

Die Polizei erhielt von besorgten Eltern Hinweise auf den gefährlichen Trend. Verletzte hat es bislang nicht gegeben. Wie auch immer: Die Gefahr ist real. Bei diesen Mutproben wird die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn durch Zudrücken des Halses oder Würgen gezielt blockiert, um einen kurzen Rauschzustand oder eine Bewusstlosigkeit hervorzurufen. Was von Teilnehmenden oft als Spass abgetan wird, kann sich in Sekundenschnelle in eine tödliche Notlage verwandeln.

Neben Verletzungen an Blutgefässen und Atemwegen führt der Sauerstoffmangel im Gehirn rasch zu schweren Schäden, während unkontrollierte Stürze bei einer Ohnmacht zusätzliche Verletzungsrisiken bergen. Die Konsequenzen reichen von bleibenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen bis hin zum Tod. Die Kantonspolizei Schwyz rät deshalb unmissverständlich: «Nicht mitmachen und andere nicht würgen – auch nicht zum Spass.» Erst vor wenigen Tagen warnte auch die Mittelpunktschule Schwyz vor dem Trend (wir berichteten).

Eltern und Bezugspersonen tragen massgeblich dazu bei, dass Heranwachsende solche Gefahren erkennen. Empfohlen wird ein offener Dialog über aktuelle Trends im Klassenzimmer oder Freundeskreis, gepaart mit der unmissverständlichen Botschaft, dass Würgen kein Spiel ist. Kinder sollten gestärkt werden, Nein zu sagen, denn niemand müsse für die Zugehörigkeit zu einer Gruppe sein Leben riskieren. Ebenso gilt es, wachsam auf verdächtige Anzeichen wie Halsverletzungen, Blutergüsse oder Erzählungen über Würgespiele zu achten. Wird eine akute Gefahr festgestellt, müssen umgehend die Notrufnummern 144 oder 117 alarmiert werden.

Auf Social-Media-Plattformen begegnen Minderjährige fortlaufend neuen Aufgaben, von denen etliche erhebliche Risiken bergen. Umso wichtiger ist es, dass sie lernen, gefährliche Inhalte zu durchschauen und Gruppendruck standzuhalten. Die Kantonspolizei Schwyz appelliert daher direkt an die Jugend: «Lasst euch nicht zu gefährlichen Mutproben überreden. Sagt nein und schaut hin, wenn andere gefährdet werden, und holt Hilfe.»

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