Expertenbericht: Heftige Windböen brachten Seilbahngondel der Rotenfluebahn zu Fall

SCHWYZ ⋅ Die leere Gondel der Rotenfluebahn ist im Oktober aufgrund von einer starken Windböe abgestürzt. Dies haben Experten der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle Sust festgestellt. Die Böe kam demzufolge derart unvermittelt, dass die Bahnbetreiber darauf nicht mehr reagieren konnten.

26. März 2020, 17:25

(stg) Gemäss dem Sust-Bericht schwenkte wegen der Windböe die Seilbahnkabine der Rotenflue-Bahn so weit seitlich aus, dass sie an einem Seilfänger hängen blieb und vom Förderseil gerissen wurde. Die Untersuchung habe gezeigt, dass betriebliche Vorgaben für das Vorgehen bei kritischen Windverhältnissen vorhanden seien und beachtet wurden. Ein Reagieren auf die unvermittelt aufkommende Windböe sei nicht möglich gewesen.

Die Verantwortlichen haben laut dem Sust-Bericht korrekt gehandelt. Weitergehende Untersuchungen bringen aus Sicht der Sust keine zusätzlichen, für die Verhütung von Zwischenfällen zweckdienliche Erkenntnisse.

Unfall passierte bei Leerfahrt

Am Unfall-Morgen (20. Oktober 2019) nahm die Seilbahn Rickenbach – Rotenflue ihren Betrieb mit allen 23 Seilbahnkabinen bei ruhigen Windverhältnissen auf. Der Betrieb wurde gemäss Sust-Bericht bis etwa um 9.45 Uhr ohne besondere Einschränkung durchgeführt. Weil aber die gemessene Windgeschwindigkeit zunehmend den Warnwert erreichte oder teilweise überschritt, sei die Fahrgeschwindigkeit reduziert worden. Die Windgeschwindigkeit variierte in der folgenden Stunde relativ gleichmässig zwischen dem Warn- und dem Alarmwert.

Um etwa 10.50 Uhr habe das Personal beschlossen, keine Fahrgäste mehr zusteigen zu lassen und die sich noch unterwegs befindenden Fahrgäste in der Zwischen- und der Bergstation aussteigen zu lassen.

Keine Verletzten

Während dem Leerfahrten der Bahn kam etwa 20 Minuten später eine heftige Windböe auf. Diese habe eine talwärts fahrende, unbesetzte Seilbahnkabine derart in eine seitliche Pendelbewegung gebracht, dass sie gegen die Stütze Nr. 6 prallte. Daraufhin wurde die Seilbahn vom Förderseil getrennt und stürzte rund 20 Meter tief zu Boden. Die Anlage detektierte eine zu grosse Bewegung des Förderseils und stoppte.

Nach dem Wiederanfahren konnten die rund 50 Personen, welche sich noch in den weiteren Seilbahnkabinen befanden, ohne weitere Zwischenfälle wie vorgesehen in der Zwischen- und der Bergstation die Kabinen verlassen. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand. Die Seilbahn Rickenbach – Rotenflue überwindet über 16 Stützen eine Höhendifferenz von 958 Metern. Die 23 Kabinen fassen je acht Personen.


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