Merlischachen

Schon wieder drei «Fälleler» geschnappt

Nach Seewen jetzt in Merlischachen: In der letzten Nacht wurden unverschlossene Autos durchwühlt. Drei Verdächtige sind gefasst.

In der Nacht auf Dienstag konnte die Kantonspolizei Schwyz in Zusammenarbeit mit der Luzerner Polizei dank eines Hinweises aus der Bevölkerung um 1.30 Uhr an der Luzernerstrasse in Merlischachen drei Männer festnehmen. 

«Sie werden verdächtigt, zuvor mehrere unverschlossene Fahrzeuge durchsucht und daraus Gegenstände entwendet zu haben», so die Schwyzer Polizei, «es konnte mutmassliches Deliktsgut sichergestellt werden.»

Bei den Festgenommenen handelt es sich gemäss Polizeiangaben um einen 33-jährigen tunesischen Staatsangehörigen sowie zwei 25-jährige Männer, einer mit spanischer, einer mit marokkanischer Staatsangehörigkeit.

Bereits in der Nacht zuvor waren «Fälleler» unterwegs. Die Kantonspolizei Schwyz hat in der Nacht auf Montag in Seewen nach einem Hinweis aus der Bevölkerung einen 20-jährigen Mann aus Marokko festgenommen. Er wird verdächtigt, Gegenstände aus parkierten Fahrzeugen gestohlen zu haben, wobei mutmassliches Deliktsgut sichergestellt werden konnte. Der Tatverdächtige muss sich vor der Staatsanwaltschaft verantworten und es wird geprüft, ob er für weitere Taten infrage kommt.

Wenn die Kantonspolizei einen Dieb auf frischer Tat festnimmt, beginnt hinter den Kulissen eine systematische kriminalpolizeiliche Ermittlungsarbeit, um das Bewegungsmuster des Täters zu rekonstruieren und ihn mit bisher ungeklärten Fällen abzugleichen.

Der erste Schritt erfolgt direkt bei der Festnahme und auf dem Posten mit der Sicherstellung der mitgeführten Gegenstände. Die Polizisten durchsuchen die Effekten, Rucksäcke oder Taschen des Beschuldigten akribisch. Häufig führt ein Täter Beutestücke mit sich, die gar nicht aus dem soeben begangenen Diebstahl stammen, wie fremde Ausweise, Debitkarten, Sonnenbrillen, Ladekabel, Markenbekleidung oder Kleingeld in ungewöhnlichen Stückelungen. Diese Gegenstände werden inventarisiert, fotografiert und mit den im polizeilichen Journal erfassten Diebstahlsmeldungen der letzten Stunden und Tage im selben Quartier oder Nachbardörfern abgeglichen.

Parallel dazu wird die erkennungsdienstliche Behandlung durchgeführt. Dem Festgenommenen werden Fingerabdrücke abgenommen, es wird ein DNA-Wangenabstrich gemacht und Signalementsfotos werden erstellt. Diese biometrischen Daten speist die Polizei in die nationalen Datenbanken AFIS für Fingerabdrücke und die DNA-Profildatenbank ein. Bei vielen Fahrzeug- und Einbruchdiebstählen sichert der Kriminaltechnische Dienst an Tatorten Spuren, etwa biologisches Material an Türgriffen oder Hebelwerkzeugen sowie latente Fingerabdrücke an Scheiben und Mittelkonsolen. Das System gleicht die Daten des Festgenommenen vollautomatisch mit all diesen offenen Spuren aus der gesamten Schweiz ab, was oft Treffer zu weiter zurückliegenden Delikten liefert. gh

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