Kanton Schwyz

Regierungsrat unterstützt Forderung nach Darmkrebsvorsorge

Der Kanton Schwyz soll regelmässige Screenings zur Früherkennung von Darmkrebs bei 50- bis 74-Jährigen finanziell unterstützen. Der Regierungsrat unterstützt diese Forderung einer Mitte-Kantonsrätin.
Nachdem sich der Schwyzer Kantonsrat im April für ein Screening-Programm für die Brustkrebsprävention aussprach, wird nun auch die Darmkrebsvorsorge zum Thema. Kantonsrätin Claudia Rickenbacher (Mitte) schrieb in ihrem Postulat, bei einer Erkennung von Darmkrebs im Frühstadium liege die Heilungsrate bei über 90 Prozent. Im Rahmen eines Vorsorgeprogramms können auch Polypen erkannt und entfernt werden, sodass daraus gar nicht erst Tumore entstehen.

Die Forderung nach einer Brustkrebsvorsorge lehnte der Regierungsrat ursprünglich ab, bei der Darmkrebsvorsorge zeigt er sich nun offen. Er empfiehlt, das Postulat erheblich zu erklären, wie er in seiner Antwort auf den Vorstoss schrieb. Teilnehmende des Vorsorgeprogramms müssen nur den Selbstbehalt bezahlen, den Rest der Kosten tragen die obligatorischen Krankenversicherungen und der Kanton.

Die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache

Das Programm sieht für 50- bis 74-Jährige innerhalb von zehn Jahren eine Darmspiegelung oder höchstens fünf Stuhltests vor. Wie die Regierung vorrechnet, verursacht die Unterstützung des Vorsorgeprogramms während zehn Jahren administrative Kosten von insgesamt rund 3,7 Millionen Franken.

Den Krankenversicherungen entstehen geschätzte Kosten von rund 15,5 Millionen Franken, welche über Prämien finanziert werden, wobei sich der Kanton daran ebenfalls beteiligt. Aufgrund der bevorstehenden Reform der einheitlichen Finanzierung ambulanter und stationärer Leistungen per 1. Januar 2028 könnten die zu erwartenden Kosten jedoch nicht verlässlich geschätzt werden, schrieb die Regierung weiter.

Mehrere Kantone verfügen bereits über ein Darmkrebsvorsorgeprogramm, darunter auch Luzern und Uri. Im Kanton Schwyz ist Darmkrebs die vierthäufigste Krebsneuerkrankung und die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache, wie der Regierungsrat schrieb. (sda)

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