Cumulus, Märkli und Superpunkte: Die Bonusprogramme der Schweizer Detailhändler sind beim alltäglichen Einkauf nicht mehr wegzudenken. Kürzlich zeigte der «Bote» in einer Übersicht auf, welches Bonusprogramm welche Rabatte und weitere Vorteile bringt.
Vor allem die digitalen Karten wie Cumulus oder Supercard sind in gewisser Weise auch ein Gegengeschäft, welches man mit dem Detailhändler eingeht. Denn nebst der Kundenbindung sind vor allem die Daten der Kundschaft – welche Migros, Coop und Co. mit der Benutzung der digitalen Karten sammeln – für sie wertvoll, vor allem in der heutigen, enorm datengetriebenen Welt.
Märkli wahren die Privatsphäre
Damit hat das Sammeln und Einkleben von Wertmarken, wie dies viele Detailhändler als Marketinginstrument anwenden, nicht nur einen meditativen Zweck, sondern gegenüber digitalen Karten auch den Vorteil, die Privatsphäre zu wahren. «Der grosse Vorteil unseres Rabattsystems ist, dass wir damit keine Kundendaten sammeln und die Privatsphäre der Kundinnen und Kunden somit geschützt wird», sagt hierzu beispielsweise eine Volg-Sprecherin.
Der Spezialist für Dorfläden und Kleinflächen sorgt in vielen kleinen Gemeinden für ein Grundangebot an Lebensmitteln und Alltagsartikeln. Im inneren Kantonsteil beispielsweise in Illgau, Muotathal, Sattel, Rothenthurm, Oberiberg, Einsiedeln und Gersau. Volg hatte die Märkli in den 1970er-Jahren ausgemustert, 2002 aber nach den Erfolgen von Supercard und Cumulus wieder eingeführt – für ein volles Heft (1000 Franken Einkaufswert) gibt es zehn Franken in bar. Es wird also ein Prozent der Einkaufssumme rückerstattet und damit gleich viel wie bei den Bonusprogrammen von Migros, Coop oder Lidl.
Über 60 Probon-Geschäfte in Innerschwyz
Auch das älteste Kundenbindungssystem der Schweiz basiert auf der Märkli-Taktik: 1978 wurde der berühmte Probon eingeführt. «Dessen Vorgänger waren die einheitlichen ‹Pro Rabattmarken›, die es seit 1956 gab. Nicht zuletzt wegen dieser langjährigen Geschichte weckt Probon positive Erinnerungen», erklärt Hans Pfäffli, Geschäftsführer der Genossenschaft Probon.ch auf Anfrage.
Damit dürfte Pfäffli nicht Unrecht haben, Probon scheint einen festen Platz in der Schweizer Einkaufskultur zu haben. Auch der Innerschwyzer Detaillistenverein (IDV) ist Probon angeschlossen, in über 60 Fachgeschäften in der Region Innerschwyz gibt es beim Einkauf Probon-Märkli als Bonus. «Der Probon ist ein Dankeschön Ihres Fachhandels für Ihre Treue. Er verpflichtet zu nichts», schreibt der IDV auf seiner Webseite.
Simples und bewährtes System seit 1978
Das 1978 eingeführte System ist simpel aufgebaut und scheint zeitlos: Pro zehn Franken Einkaufsbetrag in einem Probon-Fachgeschäft erhält der Kunde eine Probon-Wertmarke. Wenn die Sammelkarte mit 44 Probon-Wertmarken gefüllt ist, kann diese in einem Fachgeschäft wie ein Gutschein von 10 Franken eingelöst werden. Schweizweit können Probon in rund 1000 Schweizer Fachgeschäften aus 60 Branchen bezogen und eingelöst werden. «Durch die vielen Möglichkeiten, Probon zu sammeln, ist eine Sammelkarte schnell voll», erklärt Hans Pfäffli.




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