In der Nacht auf Samstag, kurz nach Mitternacht, meldete eine Drittperson der Einsatzleitzentrale der Kantonspolizei Schwyz, dass in der Unterführung beim Tierpark Goldau vermutlich zwei Personen Wände mit Farbe besprayt haben.
Die Kapo Schwyz teilte am Samstagmorgen in einem Bulletin mit: «Die sofort ausgerückte Patrouille stellte in der betreffenden Unterführung frische Sprayereien an den Wänden fest.»
Im Rahmen einer umgehend eingeleiteten Nahfahndung konnten kurz darauf im Dorf Goldau zwei verdächtige Männer angehalten und kontrolliert werden. Für weitere Abklärungen wurden die beiden 19- und 20-jährigen Schweizer auf den Polizeiposten gebracht und befragt. «Im Verlauf der dort durchgeführten Ermittlungen zeigten sie sich geständig, zuvor die Sprayereien angebracht zu haben», heisst es in der Medienmitteilung.
Der entstandene Sachschaden beläuft sich laut Polizeiangaben mutmasslich auf mehrere tausend Franken. Die zwei Beschuldigten werden bei der zuständigen Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht.
Das Entfernen von Graffiti auf Betonwänden ist ein technisch anspruchsvoller und zeitintensiver Prozess, der weit über einfaches Abwaschen hinausgeht. Da Beton eine offenporige Struktur besitzt, ziehen die Farbpigmente und Lösungsmittel der Sprühfarben tief in das Material ein, was eine oberflächliche Reinigung unmöglich macht. Zuerst muss die betroffene Stelle mit speziellen chemischen Graffitientfernern behandelt werden. Diese Chemikalien müssen je nach Untergrund und Farbart präzise dosiert werden und eine gewisse Zeit einwirken, um die Farbschichten aufzuspalten. Danach folgt in der Regel der Einsatz von Hochdruckreinigern, oft in Kombination mit Heisswasser oder Dampf, um die gelösten Pigmente aus den Poren zu schwemmen.
Häufig bleiben jedoch Schatten zurück, die sogenannten Geisterbilder, die eine weitere Behandlung mit speziellen Bleichmitteln oder Schattenentfernern erfordern. In schwierigen Fällen muss ein Niederdruck-Wirbelstrahlverfahren angewendet werden, bei dem feine Strahlmittel die oberste Schicht des Betons minimal abtragen, was jedoch die Oberflächenstruktur dauerhaft verändern kann. Zudem muss das anfallende Abwasser oft aufgefangen und fachgerecht entsorgt werden, da es mit Schadstoffen belastet ist. Ein einziger Schriftzug, der in Sekunden gesprüht wurde, verursacht so oft stundenlange Arbeit und hohe Materialkosten. gh

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