Wenn man sich als Laie ein Zugseil einer Seilbahn anschaut, kann man sich kaum vorstellen, wie aus einem Seilstück ein verbundenes Seil wird. Ein Knoten ist keiner erkennbar. Und doch müssen die beiden Enden ja irgendwie verbunden sein. Diese Verbindung nennt sich «Spleissen» oder eben «Verheiraten der Seilenden».
Genau diese Arbeit fand diese Woche in der Weglosen statt. Ein Spleisser der Seilherstellerfirma Fatzer aus Romanshorn hatte den Lead inne und wurde durch zwölf Mitarbeitende der Doppelmayr/Garaventa-Gruppe unterstützt. Der Vorgang ist noch immer eine unerlässliche und von Hand ausgeführte Arbeit, die einzigartiges Know-how erfordert, damit ein sicheres, regelmässiges und endloses Seil entsteht.
Die Enden werden aufwendig miteinander verflochten
Am Montag wurden auf einer Länge von 64 Metern die beiden Seilenden, teils auf einem Gerüst, nebeneinandergelegt. Die Litzen, die «Stränge» des Seils, wurden aufgemacht und die Enden aufwendig miteinander verflochten.
So entstand am Schluss ein 3400 Meter langes, kompaktiertes Litzenseil, das 34 Tonnen schwer ist und einen Durchmesser von 46 Millimetern hat. Übrigens: Der Fachmann findet die Verbindung auch später wieder, denn sie ist ein wenig dicker als der Rest. Das ist wichtig, denn beispielsweise bei einer Kürzung wird das Seil an genau derselben Stelle wieder geöffnet.
Arbeiten verlaufen nach Plan
Der Chefmonteur der Garaventa, Florian Kälin aus Bennau, und auch der Geschäftsführer der Hoch-Ybrig AG, Urs Keller, sind zufrieden mit dem Stand der Arbeiten. Keller ergänzt: «Wir sind dem Terminplan sogar etwas voraus. Nach den Testfahrten Mitte Oktober sollte die Bahn dann Anfang November vom Bundesamt für Verkehr abgenommen werden können.» Und dann kann das Skigebiet Hoch-Ybrig pünktlich auf die Wintersaison in ein neues Zeitalter starten.





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