Freudige Nachrichten aus dem Natur- und Tierpark Goldau: Die achtjährige Braunbärin Tamar hat zum ersten Mal Nachwuchs zur Welt gebracht. Die Tierpflegerinnen und -pfleger haben am 11. Januar auf den Überwachungskameras in den Winterhöhlen des Parks kleine Bewegungen im Bauchbereich der Bärin festgestellt. Wie es in einer Mitteilung heisst, kann derzeit noch nicht bestimmt werden, wie viele Jungtiere es sind. Auch sei ungewiss, ob alle Jungtiere überleben.
Bei der Geburt seien die Jungbären sehr klein und hilflos. Die kommenden Wochen verbringen sie mit Mutter Tamar in den Winterhöhlen, werden von ihr gesäugt und wachsen schnell heran. «Im Frühling werden die Jungtiere mit ihrer Mutter die Höhle verlassen und für die Besuchenden erstmals sichtbar sein», wird Pascal Marty, Leiter Zoologie und Kurator des Natur- und Tierparks Goldau, in der Mitteilung zitiert. Vater ist übrigens der 18-jährige Braunbär Takis.
Der Zeitpunkt der Geburt entspreche den natürlichen Fortpflanzungsbedingungen von Braunbären. Nach der Paarungszeit im Frühjahr folgt die sogenannte Keimruhe, bei der sich der Embryo zunächst nicht weiterentwickelt. Die weitere Entwicklung ist so abgestimmt, dass die Jungtiere während der Winterruhe zur Welt kommen.

Neues Erhaltungszuchtprogramm für die Unterart
Im Natur- und Tierpark Goldau wurde seit 2008 auf die Zucht von Braunbären verzichtet. Europaweit gebe es jedoch immer wieder Tiere aus Auffangstationen, die nicht mehr ausgewildert werden können und ein dauerhaftes Zuhause benötigen. So kamen 2024 die Bärinnen Tamar und Dalia nach Goldau.
Derzeit wird in Europa ein neues Erhaltungszuchtprogramm speziell für die syrische Unterart des Braunbären aufgebaut. Dieses Programm ermöglicht eine gezielte Zucht in Goldau – und führte nun erstmals seit 18 Jahren zu Nachwuchs.
«Der Schutz von Arten ist – neben Naturschutz, Forschung und Bildung – eine zentrale Aufgabe eines modernen Tierparks», heisst es in der Mitteilung. Der Syrische Braunbär gilt als stark bedroht. Er ist in vielen Teilen seines ursprünglichen Verbreitungsgebiets bereits ausgestorben oder die Bestände sind stark rückläufig. «Mit der Haltung und Zucht dieser kleinsten Unterart des Braunbären leistet der Natur- und Tierpark Goldau einen wichtigen Beitrag zu deren Schutz.» (fmü)




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