Die Delegiertenversammlung der Mitte-Partei Kanton Schwyz hatte einen prominenten Redner: Philipp Matthias Bregy, Präsident der Mitte Schweiz, begann erst locker und witzig, Vergleiche zwischen «den beiden Sonderbundskantonen» Schwyz und Wallis anzustellen, bevor er dann die versammelten Parteimitglieder einschwor, alles zu geben, damit bei den nächsten eidgenössischen Wahlen im Herbst 2027 der Anspruch auf den zweiten Sitz im Bundesrat Tatsache wird. Man sei jetzt schon die grösste Fraktion im Ständerat und die drittgrösste im Nationalrat, die FDP habe bei den Wahlen 2023 lediglich 0,5 Prozent mehr Wähleranteil gehabt.
«Wir sind eine Partei, die nicht zögert und die für Werte kämpft. Gerade deshalb wollen wir, dass über unsere Initiative zur Abschaffung der Heiratsstrafe abgestimmt wird, denn sie ist gerechter, einfacher und praktikabler.» Wichtiger noch als die Arbeit in Bern sei, «was wir in den Gemeinden, Bezirken, im Kanton erreichen, denn dort sind wir nahe bei den Leuten». Die Mitte sei eine Partei von unten.
Blunschys Argumente kamen besser an
Vor Bregys Referat kreuzten Dominik Blunschy und Martin Haab die Klingen zur SVP-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz», über die am 14. Juni abgestimmt wird. Der Zürcher SVP-Nationalrat zeigte in Statistiken und Grafiken auf, dass unser Land in den letzten 15 Jahren zu rasant gewachsen sei. «Bei einer Ablehnung werden sich die nachfolgenden Generationen fragen, warum nicht früher gehandelt wurde.»
Der Schwyzer Mitte-Nationalrat attestierte der Volksinitiative zwar, dass sie «die richtigen Probleme adressiert». Aber die starre Obergrenze führe zu vielschichtigen Problemen. Zudem zeigten Prognosen, dass die Bevölkerung längerfristig abnehme, weil zu wenig Junge nachkämen. Nach einer lebhaften Diskussion im Mythenforum in Schwyz wurde die Nein-Parole mit 44 zu 9 Stimmen gefällt, bei 6 Enthaltungen.
Zur zweiten eidgenössischen Vorlage, der Änderung des Zivildienstgesetzes, referierte Raphael Seunig, Vorstandsmitglied Junge Mitte Schweiz. Damit soll der Zugang zum Zivildienst erschwert werden, um die Anzahl der Militärdienstpflichtigen zu erhöhen. Seunig zeigte beide Seiten der Vorlage auf, empfahl aber ein Ja. Die Versammlung folgte seiner Empfehlung im Verhältnis 56 Ja, 2 Nein, 2 Enthaltungen. Die Mitte Schwyz ist damit im Gleichschritt mit der Mitte Schweiz.
SP-Initiative hatte keine Chance
Mitte-Kantonsrätin Irene Huwyler stellte die SP-Volksinitiative «Kaufkraft stärken – Prämienverbilligung auch für den Mittelstand» vor. Sie beleuchtete zwar Pro und Kontra, fand aber aus innerer Überzeugung mehr Argumente gegen das Volksbegehren. Auch hier folgten die Delegierten den Ausführungen der Referentin und empfehlen einstimmig, das Begehren abzulehnen.



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