Immensee

Matura im Sack: 100 Prozent Freude, aber auch Stolz und Erleichterung

Sämtliche 43 Absolvierenden der sechsten Klassen des Gymnasiums Immensee durften am Freitagabend ihr Maturazeugnis entgegennehmen.
Strahlende Gesichter an der Maturafeier des Gymnasiums Immensee.
Bild: David Coulin

Für die herrlich herausgeputzten, sich in teils veritablen Galakostümen präsentierende Maturi und Maturae gab es tosenden Applaus im voll besetzten Saal, Vivaldi at its best, gespielt vom Streichquintett des Ergänzungsfaches Musik, prägnante Reden und – ganz am Schluss – das Lied «One Moment in Time» von Whitney Houston, das vieles auf den Punkt bringt, was diesen Tag so speziell macht: «An jedem Tag, mein Leben lang, geb ich mein Bestes, streng mich an … Ich will den einen Moment, wo ich mehr bin, als ich je geglaubt, wenn all meine Träume greifbar sind, alle Antworten vollkommen klar …»

Die strengen Tage, das waren für die meisten genau herausgezählt sechs Jahre Schulpräsenz, 6370 Stunden Unterricht und 510 Leistungsnachweise. Der eine Moment: die Überreichung des Maturitätszeugnisses. Was will man da sagen? Natürlich, dass nicht nur die Prüfungen und Noten zählen, sondern auch, wie Rektor Dominik Bernasconi hervorhob, die erlebten Kameradschaften und Freundschaften oder die erworbenen Fähigkeiten, selbstständig zu denken und Verantwortung zu übernehmen in einer Welt, die zwar immer komplexer wird, aber auch Chancen bietet. Und doch, Noten können schon auch Eindruck machen, zum Beispiel die 5,923, die Samuel Bilge im Durchschnitt aller Maturabewertungen hingelegt hat – mit zwei übersprungenen Klassen notabene.

Ohne Fokus geht es nicht

Um im Leben wirklich Erfolg zu haben, reicht das nicht. «Baut euren ganz persönlichen Fokus auf», rief EVZ-Eishockeylegende Fabian Schnyder, der nach drei Jahren Gymi Immensee 2001 in den Profisport wechselte, den Maturi und Maturae entgegen. Linker Flügel, das war seine Passion, und der EVZ, dem er seine ganzen 17 Profi-Jahre lang treu blieb, seine zweite Heimat. Seit sechs Jahren ist Fabian Schnyder glücklicher Papi und besorgt das Backoffice der Physiotherapie-Praxis seiner Schwägerin. Seine Rechnung ist einfach: «Wenn du zu 80 Prozent Freude hast an dem, was du machst, dann hast du gewonnen. Denn die restlichen 20 Prozent erinnern dich daran, wie privilegiert du bist.»

Rektor Dominik Bernasconi übergibt dem Jahrgangsbesten Samuel Bilge aus Zug das Maturazeugnis.
Bild: David Coulin

Auf zu neuen Ufern

An diesem Vorabend waren 100 Prozent Freude spürbar, aber auch Stolz, Erleichterung und ein langsames Realisieren, dass ein Lebensabschnitt erfolgreich abgeschlossen ist – da und dort vielleicht schon verbunden mit ein bisschen Wehmut. Denn für viele Herren geht es nun ab ins Militär, bevor an ein Studium zu denken ist. Und auch viele Damen haben sich für ein Zwischenjahr entschieden.

«Wagt etwas, habt Mut», gab Fabian Schnyder den Maturi und Maturae auf den Weg und, ganz Eishockeyspieler: «Hofft nicht, dass der andere fällt. Glaubt daran, dass ihr besser werdet als er. Wenn ihr dabei einen Fehler macht: Seid ehrlich, optimiert und seid euch nicht zu schade, die Richtung zu wechseln.»

Auch wenn noch nicht allen ganz klar war, in welche Richtung es nun nach der Matura gehen soll: Die Maturi und Maturae des Gymnasiums Immensee strahlten an der Maturafeier so viel natürliches Selbstvertrauen und Selbstsicherheit aus, dass der Zuversicht nichts im Wege steht. (zvg)

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