Kopf der Woche

Lydia Opilik: «Ich sehe mich als die etwas coolere Carmen»

Lydia Opilik spielt die Rolle der Carmen in der gleichnamigen Oper, die zurzeit an drei Abenden im Gaswerk aufgeführt wird. 

Über welche kleine Alltagssache freuen Sie sich unverhältnismässig stark?

Eine spontane Tasse Kaffee und ein Gespräch mit Freunden, Kollegen oder Nachbarn.

In welchem Moment haben Sie sich zuletzt so richtig lebendig gefühlt?

Wir haben als Familie Veloferien gemacht. Es ist so ein tolles Gefühl, hinter meinen Kindern auf dem Velo bei Sonnenschein durch die Felder zu fahren.

Was macht Sie hässig?

Das Gefühl, nicht verstanden zu werden.

Wenn Sie Ihrem 16-jährigen Ich einen einzigen Satz sagen dürften – welcher wäre das?

Ich würde meinem früheren Ich sagen, dass man nicht alles schon können muss, sondern vieles erst lernen darf. Dass nicht alles in Stein gemeisselt ist und man mehr verändern kann, als man manchmal denkt. Und dass es ein echtes Privileg ist, etwas zu tun, das man gerne macht und für das man wirklich brennt.

Das ist der «Kopf der Woche»

Der «Bote der Urschweiz» kürt jeden Freitag einen «Kopf der Woche». Dabei handelt es sich um Schwyzer Persönlichkeiten, die in der aktuellen Woche einen besonderen Einfluss hatten, einen Erfolg feierten oder sich für ein wichtiges Projekt einsetzten.

Welche Gewohnheit würden Sie am liebsten von heute auf morgen ablegen?

Sich zu viele Sorgen zu machen.

Welchen Gegenstand würden Sie nie freiwillig weggeben?

Meine Geige.

Über welche Ihrer Eigenschaften haben sich Ihre Eltern früher am meisten geärgert?

Sie nannten mich oft Wirbelsturm oder Tornado, da ich, sobald ich nach Hause kam, Chaos veranstaltet habe.

Wann waren Sie das letzte Mal so richtig stolz auf jemanden?

Ich habe das Glück, mich immer wieder mit meinen Schülerinnen und Schülern zu freuen. Es macht mich so stolz, wenn Kinder etwas erreichen, was sie sich selbst nicht zugetraut haben. Es ist ein tolles Gefühl, stolz auf die eigenen SchülerInnen zu sein.

Was tun Sie, wenn Sie sich selbst wieder in gute Laune bringen müssen?

Laute Musik, tanzen und laut singen. Ausserdem gehe ich unter Leute. In Gesellschaft bin ich meistens fröhlich.

Wie haben Sie sich in die Rolle der Carmen eingefühlt?

Ich habe mir viele verschiedene Inszenierungen angeschaut. Und mir immer wieder verschiedene Eigenschaften, welche Carmen hat, herausgearbeitet. Dann habe ich versucht, die Teile von Carmen zu verkörpern, welche meiner Person näher sind, und darüber auch eine Haltung zu finden, die mir selbst nicht immer entsprechen würde.

Inwiefern können Sie sich selber mit Carmen identifizieren?

Ich bin froh, dass ich die Rolle mit Sheila teile. Sheila verkörpert als Tänzerin eher die Carmen, welche man sich traditionell vorstellt. Eine sinnliche Flamencotänzerin. Ich sehe mich schon eher in der etwas cooleren Carmen wieder, auch wenn ich längst nicht so abgebrüht bin wie sie und mir das Coolbleiben manchmal schwerfällt. Dafür kann ich mich gut mit ihrem Temperament und ihrem Freiheitsdrang identifizieren. Ich mag es nicht, mich oder meine Gedanken einschränken zu lassen.

Zur Person

Beruf: Sängerin, Geigerin, Lehrerin an der Musikschule

Wohnort: Ebikon

Lieblingsgericht: Asiatisch

Lieblingsgetränk: Mate

Lieblingsfilm: CODA

Lieblingsapp: Spotify

Lieblingsferienort: Elba

Lieblingstier: Schaf

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