In unserer Region beginnt am Montag das neue Schuljahr – und damit für viele Kinder auch ein neuer Alltag im Strassenverkehr. Wie die Zentralschweizer Polizeikorps mitteilen, sind zahlreiche Erstklässlerinnen und Erstklässler zum ersten Mal selbstständig zu Fuss, mit dem Velo oder dem Trottinett unterwegs. Die Polizei ruft deshalb alle Verkehrsteilnehmenden zu besonderer Aufmerksamkeit und angepasster Geschwindigkeit auf.
Tipps für Autofahrende
– Aufmerksam fahren und überall dort mit Kindern rechnen, wo sich Schulen, Kindergärten oder Wohnquartiere befinden
– Geschwindigkeit frühzeitig reduzieren und den Sicht- und Verkehrsverhältnissen anpassen
– Vor Fussgängerstreifen vollständig anhalten
– Auf Handzeichen verzichten, damit sich Kinder auf das gesamte Verkehrsgeschehen konzentrieren können
– Stehen bleiben, bis das Kind die Fahrbahn vollständig überquert hat
Tipps für Eltern
– Den sichersten und nicht zwingend den kürzesten Schulweg wählen
– Den Schulweg vor Schulbeginn mehrmals üben
– Dem Kind erklären, wie man sich an Stellen ohne Fussgängerstreifen, an Bushaltestellen und in 30er-Zonen verhält
– Gut sichtbare Kleidung anziehen und reflektierende Elemente anbringen
– Velo- und Trottinettfahren regelmässig üben
– Vorbild sein und sich selber an die Verkehrsregeln halten
Im Kanton Schwyz ist der Schulstart am 17. August. Besonders die jüngsten Verkehrsteilnehmenden seien gefährdet, heisst es in der Mitteilung: Sie könnten Geschwindigkeiten und Distanzen noch nicht richtig einschätzen, ihr Verhalten sei oft spontan und für Fahrzeuglenkende schwer vorhersehbar. Entsprechend wichtig sei es, dass Autofahrerinnen und Autofahrer jederzeit aufmerksam unterwegs seien und ihre Geschwindigkeit den Verhältnissen anpassten.
Bremsen rückt in den Vordergrund
Im Zentrum steht auch dieses Jahr die nationale Präventionskampagne «Luege, Brämse, Halte». Nachdem 2025 der Schwerpunkt auf dem «Luege» – also dem Schauen und Wahrnehmen – gelegen hatte, rückt 2026 der Aspekt «Brämse» in den Vordergrund. Bereits eine geringe Reduktion der Geschwindigkeit könne den Anhalteweg deutlich verkürzen und so entscheidend dazu beitragen, Unfälle zu verhindern, betonen die Polizeikorps.
Kinder können hinter parkierten Fahrzeugen, Hecken oder anderen Sichthindernissen unvermittelt auf die Fahrbahn treten. In solchen Situationen reiche es oft nicht, sich lediglich an die signalisierte Höchstgeschwindigkeit zu halten. Gefordert sei eine defensive, vorausschauende Fahrweise – insbesondere in der Umgebung von Schulhäusern, Kindergärten, Bushaltestellen, Fussgängerstreifen und in Wohnquartieren.
Interaktiver Anhalteweg-Test
Zur Unterstützung der Kampagne steht neu ein interaktiver Anhalteweg-Test zur Verfügung. Dieser soll anschaulich machen, wie stark sich Brems- und Anhalteweg mit steigender oder sinkender Geschwindigkeit verändern und weshalb angepasstes Fahren Leben retten kann.
Begleitet wird die Kampagne in der Zentralschweiz durch Plakate, spezielle Signalisationen sowie verschiedene Sensibilisierungsmassnahmen. Zudem kündigen die Zentralschweizer Polizeikorps an, in den ersten Schulwochen vermehrt Verkehrskontrollen im Bereich von Schulhäusern und Kindergärten durchzuführen. (red)


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