Innerthal

Löschhelikopter bekämpft einen Flächenbrand

Vermutlich nach einem Blitzschlag ist im abgelegenen Gemeindegebiet von Innerthal ein Flächenbrand ausgebrochen. Für die Löscharbeiten alarmierte man auch einen Helikopter.
Hier brach der Brand aus.
Bild: Kapo Schwyz
Der Löschheli im Einsatz
Bild: Kapo Schwyz

Am Mittwochnachmittag mussten die Feuerwehren Innerthal und Vorderthal kurz nach 14.30 Uhr wegen einem Flächenbrand in einem Wald ins Gebiet Schwarzenegg in Innerthal ausrücken. Das vermeldete die Kantonspolizei Schwyz am Donnerstagmittag in einem Bulletin. Die Polizei schrieb: «Aufgrund des unwegsamen Geländes wurden die Feuerwehren bei den Löscharbeiten von einem Löschhelikopter der Heli-Linth AG unterstützt.» 

Um den Flächenbrand zu löschen, benötigte es rund ein Dutzend Flüge. Das Wasser holte man aus dem nahen Wägitalersee. Nach ersten Erkenntnissen der Schwyzer Polizei ist der Brand auf einen vorgängigen Blitzeinschlag zurückzuführen.

Beim Wassertransport in steilem oder felsigem Gelände, wo keine Schläuche verlegt werden können, leistet ein mittelschwerer Helikopter wie eine Eurocopter AS350 B3 mit einem 800-Liter-Löschkübel (Bambi Bucket) bei kurzen Umlaufzeiten (z. B. 4 Minuten bis zum nächsten See) rund 12'000 Liter Wasser pro Stunde. Um diese Menge im Steilhang von Hand mit Rückenspritzen (je 20 Liter) zu transportieren und auszubringen, bräuchte es theoretisch eine Kette von 50 bis 100 Feuerwehrleuten, die physisch dauerhaft im Hang rotieren. In der Praxis ist das abseits von Wegen schlicht unmöglich.

Zudem wirft ein Helikopter die Wassermenge konzentriert innerhalb weniger Sekunden ab. Diese massive Abkühlung und Schlagkraft auf einen Schlag kann am Boden von einer Löschleitung nicht imitiert werden. Ein gezielter Abwurf kann eine Flammenwand so weit niederhalten oder den unbrennenden Wald vor der Feuerlinie so stark beregnen, dass Bodenkräfte überhaupt erst sicher an die Brandkante herantreten können, um dort Glutnester auszugraben.

Der Helikopter ersetzt die Bodenkräfte also nicht, sondern er macht ihre Arbeit im schwierigen Gelände überhaupt erst möglich. Ohne die Feuerwehrleute am Boden, die nach den Abwürfen den Boden umgraben und die tiefe Glut ablöschen, flammt das Feuer meistens nach dem Abtrocknen des abgeworfenen Wassers schnell wieder auf. Die beste Wirkung erzielt das System im Verbund, wenn der Helikopter mobiles Löschwasser in Faltbehälter im Hang fliegt, aus denen die Bodenkräfte dann direkt vor Ort mit leichten Schläuchen operieren.

In der Schweiz kommt es im langjährigen Durchschnitt zu etwa 90 bis 110 Wald- und Flurbränden pro Jahr. Ein Löschhelikopter wird dabei jedoch nicht bei jedem einzelnen Ereignis aufgeboten, sondern gezielt dann, wenn das Gelände unwegsam ist oder die Gefahr droht, dass sich das Feuer rasch in den Baumkronen ausbreitet.

Genaue statistische Gesamtzahlen über alle zivilen Betreiber wie Air Zermatt, Air-Glaciers oder Swiss Helicopter hinweg sind schwer zu beziffern, da die Alarmierung kantonal über die jeweiligen Einsatzzentralen läuft. Bei kleineren Ereignissen oder Entstehungsbränden im Berggebiet rückt oft direkt ein ziviler Helikopter aus, der in der Nähe stationiert ist, um das Feuer im Keim zu ersticken. Solche schnellen Rotationen machen den Grossteil der Einsätze aus.

Grossereignisse, bei denen mehrere Helikopter über Tage hinweg im Dauereinsatz stehen, sind in der Schweiz dagegen seltener und kommen etwa ein- bis zweimal pro Jahr vor. In solchen extremen Fällen oder wenn die zivilen Ressourcen nicht mehr ausreichen, fordert die zivile Einsatzleitung Unterstützung bei der Schweizer Armee an, die dann mit den schweren Super-Puma-Helikoptern der Luftwaffe ausrückt. gh

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