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Barrierefreiheit

Klosterplatz Einsiedeln: Das Bundesgericht spricht ein Machtwort

Der «Platz im Platz» vor dem Kloster Einsiedeln wird nicht durchgehend barrierefrei gebaut. Das hat das Bundesgericht entschieden und eine Beschwerde von Rollstuhlfahrer Werner Ruch abgewiesen. Die Richter geben damit grünes Licht für die Sanierung des Klosterplatzes.
Der Klosterplatz Einsiedeln am Freitagmittag. Aktuell laufen hier die Vorbereitungen für das Welttheater.
Bild: Webcam Einsiedeln Tourismus

Seit Jahren stritt man in Einsiedeln darüber, ob der Klosterplatz vor der Stiftskirche rund um den Marienbrunnen mit geschnittenen, geschliffenen und mörtelverfugten Flusskieseln gepflästert wird, die für gehbehinderte Menschen und Rollstuhlfahrer leicht begehbar sind. Oder ob das riesige Rund mit unbehauenen sandverfugten und holprigen Pflastersteinen bedeckt wird.

Die Behindertenvereinigung Procap und Rollstuhlfahrer Werner Ruch mit seiner IG Hindernisfreier Klosterplatz forderten deshalb seit Jahren einen barrierefreien «Klosterplatz für alle».

Die Bundesrichter waren nun der Meinung, die geplante Gestaltung des Klosterplatzes werde bisherige Benachteiligungen für handicapierte Personen bereits verringern.

«Nicht ich habe vor dem Bundesgericht verloren, sondern alle Menschen mit Behinderungen», sagte Werner Ruch gegenüber dem Kirchenportal kath.ch.  Selbstverständlich akzeptiere er das Urteil aus Lausanne, auch wenn er den Entscheid nicht nachvollziehen könne. «Tausende von Pilgerinnen und Pilger kommen jährlich nach Einsiedeln – und nicht wenige darunter sind gehbehindert. Das Kloster und der Denkmalschutz werden schon sehen, dass viele Menschen künftig nur schwer über den Klosterplatz gehen können», wird Ruch auf kath.ch zitiert.

«Kloster und Bezirk sind froh»

In einer gemeinsamen Stellungnahme reagieren das Kloster Einsiedeln und der Bezirk Einsiedeln auf das Urteil : «Kloster und Bezirk sind froh um die Klarheit der Entscheidung. Der Umsetzung bzw. Fertigstellung des gesamten Klosterplatzes steht nun nichts mehr im Wege. Zu betonen ist, dass für beide Bauherrschaften Barrierefreiheit auf dem Klosterplatz ein wichtiges Anliegen war und ist. Das Anliegen der Barrierefreiheit musste indessen zwingend mit den Interessen der Denkmalpflege und des Heimatschutzes in Einklang gebracht werden. Dass dies in korrekter und verfassungskonformer Weise vorgesehen ist, hat nun das Bundesgericht bestätigt.» Baubeginn werde im Jahr 2025 sein. red

Bericht am Samstag im «Boten»

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