Was schwimmt oder kreucht und fleucht in der Muota? Eine gute und wichtige Frage, denn der Fluss steht vor ökologischen Veränderungen.
Wer in den nächsten Monaten an den Ufern der Muota spaziert, wird vermehrt Fachleute bei der Arbeit beobachten können. «Von Ende Januar bis September rückt ein spezialisiertes Fachbüro aus, um den ökologischen Zustand des Flusses und seiner Zuflüsse unter die Lupe zu nehmen. Es ist der Startschuss für eine Wirkungskontrolle, die weit in die Zukunft reicht», sagt Jonas Imhof, Vorsteher Amt für Gewässer des Kantons Schwyz. So soll zwischen dem Sahliboden und der Mündung in den Vierwaldstättersee der Ist-Zustand der Muota akribisch dokumentiert werden.
Zusammenarbeit von Kanton, Bezirk und Kraftwerk
Hinter dem Projekt steht eine Allianz verschiedener Akteure. Neben dem federführenden kantonalen Amt für Gewässer ist der Bezirk Schwyz massgeblich beteiligt, da dieser die Revitalisierungen vorantreibt. Ebenfalls mit im Boot ist die ebs Energie AG. Für den Energieversorger ist die Datenerhebung im Rahmen der Konzessionserneuerung und der Sanierung der Wasserkraftanlagen von zentraler Bedeutung.
Bereits im Sommer 2021 wurden in der Muotaschlucht beim Kraftwerk Wernisberg Vorarbeiten geleistet, etwa Fischzählungen und Analysen zur Restwassermenge sowie zur Schwall-Sunk-Problematik vorgenommen. Nun wird dieses Mosaik vervollständigt. «Die Muota soll als Lebensraum aufgewertet werden. Viele Massnahmen werden aber erst nach Erteilung der neuen Konzession umgesetzt», erklärte 2024 anlässlich eines Tags der offenen Tür im Kraftwerk Wernisberg EBS-CEO Hans Bless die zeitliche Abfolge.
Warum dieser Aufwand?
Das EBS plant Investitionen zur Aufbesserung seiner Anlagen, für eine optimalere Stromgewinnung sowie zur Aufwertung der Natur in der Grössenordnung von 200 Millionen Franken (der «Bote» berichtete mehrfach). Mit dem Ja der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger zur Konzessionserneuerung (95,3 Prozent der Stimmbürger des Bezirks Schwyz stimmten am 18. Mai 2025 Ja), wenn 2030 die alte Konzession ausläuft, soll die Muota-Wasserkraft für die erwähnten 200 Millionen Franken saniert, also Ausbauten und Erneuerungen der Kraftwerksanlagen gemacht sein.
Die Antwort liegt also in den gesetzlichen Vorgaben. Bevor umfangreiche bauliche und wasserbauliche Massnahmen greifen, muss glasklar sein, wie es heute um die Muota steht. Diese Erhebung bildet die fachliche Grundlage. Nur wer den heutigen Zustand kennt, kann im Jahr 2030 – wenn die erste Folgeerhebung ansteht – belegen, ob die Revitalisierungen tatsächlich gefruchtet haben. Die Experten untersuchen dabei nicht nur das Wasser selbst. Die Erhebungen finden direkt im Gerinne sowie im ufernahen Bereich statt. Um ein lückenloses Bild der Flusslandschaft zu erhalten, kommen stellenweise auch Drohnen zum Einsatz, die das Gewässer aus der Luft kartieren, hält Jonas Imhof abschliessend fest. Die Erhebungen durch die Fachexperten werden teilweise auch von Privatgrundstücken aus vorgenommen.








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