notifications
Gersau

Kanton greift ein: Mittagstisch wird für gewisse Kinder nun günstiger statt teurer

Eigentlich wollte der Bezirksrat den Preis erhöhen. Doch der Kanton pfiff ihn zurück.
Gegen den Willen des Bezirks setzt die Regierung in Gersau einen tieferen Preis für den Mittagstisch fest.
Bild: Keystone

Im Durchschnitt benutzen 37 Kinder das Mittagstischangebot des Bezirks in der Aula des Bezirkschulhauses Gersau. 2023 hat der Bezirksrat beschlossen, den Preis für Kinder, die aus zeitlichen Gründen nicht mindestens 40 Minuten am Mittag zu Hause verbringen können, von 7 auf 8.50 Franken pro Mittagessen zu erhöhen. Für die übrigen Kinder sollte der Preis 10.50 Franken betragen.

Dagegen regte sich aber Widerstand, es wurde Beschwerde beim Regierungsrat eingereicht. Wie der Bezirk nun in einer Mitteilung schreibt, hat der Regierungsrat nun sogar eine Preisreduktion für diejenigen Kinder angeordnet, die am Mittag nicht mindestens 40 Minuten zu Hause sein können: Maximal 5 Franken dürfe das Mittagessen für diese Gruppe kosten, so die Regierung.

Ein fast 20 Jahre altes Merkblatt

Der Bezirksrat reagiert darauf mit Unverständnis. «Er ist unverändert der Ansicht, dass ein Preis von 8.50 Franken für die Eltern dieser Kinder tragbar gewesen wäre», schreibt er. Gleichzeitig teilt er mit, den Entscheid der Regierung zu akzeptieren. Aber nicht ohne zu betonen, man stelle mit «Bedauern fest, dass sich der Regierungsrat bei seiner Entscheidung mehr auf Merkblätter aus dem Jahr 2007 als auf die Lebenswirklichkeit in den Gemeinden stützt».

Auf Nachfrage erklärt Landschreiber Peter Nigg, es handle sich dabei um Merkblätter der eidgenössischen Steuerverwaltung aus dem Jahr 2007 über die «Bewertung der privaten Unkosten bei Landwirtschaftsbetrieben». Dort sei festgehalten, dass bei der direkten Bundessteuer das Mittagessen für Kinder zwischen 6 und 13 Jahren mit 5 Franken pro Tag zu bewerten sei.

Der Schulrat hat weiter beschlossen, den Preis für die Kinder, die nicht vom tieferen Preis profitieren, bei 10.50 Franken zu belassen. Die erzwungene Preisreduktion bei der günstigeren Gruppe kostet den Bezirk laut Peter Nigg rund 10’000 Franken im Jahr.

Mehr aus dieser Gemeinde
Kommentare (0)