Die heisse Jahreszeit bringt sie wieder vermehrt zum Vorschein: Mücken. Doch neben unseren einheimischen Stechmücken breiten sich in der Schweiz zunehmend invasive Arten aus. Besonders die Asiatische Tigermücke sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Aber im Kanton Schwyz plagt seit einigen Jahren eine andere invasive Art die Bevölkerung.
Die Asiatische Tigermücke wurde im Kanton Schwyz bisher nicht nachgewiesen, wie Sina Spieser vom kantonalen Amt für Gewässer auf Anfrage des «Boten» bestätigt. Ein Video-Post des Kantons kürzlich auf den sozialen Medien diente primär der Sensibilisierung und Prävention. Das letzte Monitoring im Jahr 2021 ergab, dass sich eine andere invasive Art – die Asiatische Buschmücke – im Kanton Schwyz etabliert hat.
Zum Verwechseln ähnlich
Um eine mögliche Ansiedlung der Tigermücke frühzeitig zu erkennen, hat das kantonale Amt für Gewässer das Monitoring diesen Sommer erneut aufgenommen. Obwohl die Asiatische Tigermücke bereits 2003 in der Schweiz nachgewiesen wurde, verbreitet sie sich langsamer und passiver als die Buschmücke, hauptsächlich durch den Menschen- und Güterverkehr. Die Buschmücke hingegen breitet sich rasant und aktiv aus, da sie sich auch an tiefere Temperaturen gut anpassen kann.
Die beiden invasiven Arten ähneln sich auf den ersten Blick durch ihre schwarz-weisse Musterung – genaues Hinschauen ist erforderlich, um sie unterscheiden zu können. Während die Asiatische Tigermücke einen schwarzen Rücken mit einer einzelnen, markanten weissen Längslinie sowie weisse Enden an den Hinterbeinen besitzt, weist die Asiatische Buschmücke einen braunen Rücken und schwarze Enden an den Hinterbeinen auf. Bei Verdachtsfällen von Asiatischen Tigermücken ist es wichtig, die Mücke zu fotografieren und den Fund online auf muecken-schweiz.ch zu melden.
Lästig, aber kein Grund zur Panik
Die beiden erwähnten Arten sind äusserst lästig: Sie sind tagaktiv, ihre Stiche sind oft schmerzhafter, und sie stechen mehrmals pro Blutmahlzeit, im Gegensatz zu einheimischen Arten.
Zudem ist die Asiatische Tigermücke potenzieller Überträger tropischer Fieberkrankheiten wie Chikungunya-, Dengue- und Zika-Fieber. Bislang wurden in der Schweiz jedoch keine Krankheitsübertragungen festgestellt. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) sagt, dass die hier etablierten Mückenpopulationen nach aktuellem Wissensstand nicht mit diesen Viren infiziert seien. Alle verzeichneten Krankheitsfälle gingen auf Reiserückkehrende zurück, die sich ausserhalb der Schweiz angesteckt hätten. Das Risiko für Ausbrüche hierzulande wird derzeit als sehr gering eingeschätzt, wie Tobias Suter vom Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut gegenüber SRF erklärte.
Alle können mithelfen
Zur Prävention und Eindämmung invasiver Mückenarten gibt der Kanton Schwyz klare Empfehlungen ab: stehendes Wasser konsequent vermeiden, Giesskannen und Eimer regelmässig leeren, Unterteller mindestens einmal pro Woche trocknen, Planschbecken entleeren sowie Regenfässer abdecken und Dachrinnen von Laub befreien. Diese Massnahmen sind wichtig, da sich Mücken in stehendem Wasser vermehren.




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