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Goldau

Im Tierpark sind die Vögel gegen Vogelgrippe geimpft

Vor wenigen Tagen wurden im Zürichsee bei Lachen drei Graugänse gefunden. Bei ihnen wurde die Vogelgrippe nachgewiesen. Im Tierpark Goldau ist man aufmerksam. Die Park-Vögel sind geimpft.
Der Tierpark Goldau schützt seine Wildvögel durch Impfungen vor der Vogelgrippe.
Bild: Erhard Gick
Jüngst wurden bei ihren Artgenossen, den Graugänsen das Vogelgrippevirus H5N1 nachgewiesen.
Bild: Erhard Gick
Möven könnten das Virus in der freien Wildbahn verbreiten. Für den Menschen ist das Vogelgrippevirus nicht ansteckbar.
Bild: Erhard Gick

Letzte Woche wurden tote Graugänse in Ufernähe in der Umgebung von Lachen im See vor Pfäffikon gefunden. Bei allen dreien wurde das Vogelgrippevirus H5N1 nachgewiesen. Das Virus rückt also immer näher. Was passiert im Tierpark Goldau? Dort ist man vorbereitet, wie Tierärztin Marion Stettler bestätigt.

Der Tierpark ist Teil eines Impfprogramms des Bundes. Fünf verschiedene Zoos und Tierparks beteiligen sich an einer Studie für einen kommerziellen Wirkstoff für Vögel, um sie gegen die Vogelgrippe zu schützen. Federführend bei der Studie ist der Zoo Basel. Zur Gruppe gehören die Zoos Basel und Zürich, der Tierpark Bern, der Bioparc Genève und der Natur- und Tierpark Goldau. Das Besondere an dieser Studie ist, dass sie direkt in den Zoos stattfindet, nicht unter Laborbedingungen. Ergebnisse werden bis im Sommer 2026 erwartet.

Tierpark-Vögel werden überwacht

Es stellt sich trotzdem die Frage, wie der Tierpark Goldau seine Wildvögel schützt, da diese nicht in Ställen untergebracht werden können. Dazu Tierärztin Marion Stettler: «Ein Grossteil unserer Vögel ist geschützt durch eine Impfung. Wir sind Teil eines aktuellen Forschungsprojektes, in dessen Verlauf viele unserer Vögel immunisiert wurden. Gleichzeitig überwachen wir unsere Vögel genau. Bei besonders empfindlichen Vögeln haben wir auch noch Hygieneschleusen eingerichtet. Diese beugen zusätzlich einer Infektion vor.» Für einen potenziellen Verdachtsfall ist man vorbereitet: «Es gibt ein Verfahrensprotokoll, welches eng mit dem Veterinäramt abgestimmt ist. Bei einem Verdachtsfall gibt es verschiedene Massnahmen, die direkt umgesetzt werden. Dazu gehören das Absperren der betroffenen Gebiete, die Reinigung und Desinfektion der Anlagen, aber auch ein enger Austausch mit dem Veterinäramt», sagt Stettler

Keine Gefahr der Übertragung auf den Menschen

Gewisse Menschen haben Angst, sie könnten angesteckt werden. Wie reagiert und informiert der Tierpark? «Übertragungen auf den Menschen sind sehr unwahrscheinlich. Zudem bräuchte es einen sehr engen Kontakt zu infizierten Vögeln», sagt Marion Stettler dazu.

Im Tierpark Goldau ist man gerüstet. Hühner, Enten, Gänse und Laufvögel müssen in den Anlagen getrennt voneinander gehalten werden. Auch das ist im Tierpark möglich. Und die Angst vor einer Verbreitung ist gering? «Ja, weil viele Vögel geimpft sind. So sind zum Beispiel alle Hühner im Tierpark inzwischen geimpft, somit sollte eine Übertragung unterbunden sein.»

Notallplan ist vorhanden, wenn FHN1 noch näher rückt

Lachen und Pfäffikon haben den Kanton Schwyz in Alarmbereitschaft versetzt. Rückt die Vogelgrippe näher, könnte es Zutrittsbeschränkungen in den Gehegen mit Wildvögeln geben. «Wir haben aber einen Notfallplan mit allen möglichen Szenarien bereit und können darauf zugreifen. Zudem gibt es eine enge Abstimmung mit dem Veterinäramt, und die Situation wird immer wieder evaluiert», sagt Marion Stettler.

Das Impfen der Vögel ist eine geeignete Massnahme für den Artenschutz. Das sieht man auch in Goldau so. «Es sind viele Arten von der Vogelgrippe betroffen. In einem Zoo oder Tierpark können wir so für den Artenschutz wichtige Vögel schützen.» Marion Stettler denkt gar einen Schritt weiter. «Für Tiere in menschlicher Obhut kann eine Impfung sehr nützlich sein und die Tiere effizient schützen. Bei Wildpopulationen ist eine Impfung hingegen sehr schwierig. Daher wird uns die Vogelgrippe bei Wildvögeln auch in Zukunft noch beschäftigen.»

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