Hoch-Ybrig

Gleitschirm-Pilot schwebt nach Absturz in Lebensgefahr

Kurz nach dem Start ist am Samstag im Hoch-Ybrig ein Gleitschirmler verunglückt. Dabei zog er sich lebensbedrohliche Verletzungen zu.
Das Unglück ereignete sich beim Startplatz Sternen.
Bild: Kapo Schwyz

Am Samstagvormittag kam es im Gebiet Hoch Ybrig zu einem tragischen Flugunfall. Um 11 Uhr startete ein 29-jähriger Gleitschirmpilot beim Startplatz Sternen zu einem Flug. "Aus noch ungeklärten Gründen verlor der Pilot kurz nach dem Abheben die Kontrolle über seinen Gleitschirm und stürzte zu Boden", teilte die Schwyzer Polizei am Sonntag mit. Beim Absturz zog sich der Schweizer lebensbedrohliche Verletzungen zu.

Nach der medizinischen Erstversorgung vor Ort flog ein Rettungshelikopter den Verletzten in ein ausserkantonales Spital. Die Kantonspolizei Schwyz ermittelt unter der Leitung der Bundesanwaltschaft die genauen Umstände des Unfalls.

Zudem gerieten am Samstagnachmittag in Rickenbach, Unteriberg und Altendorf drei weitere Gleitschirmpiloten beim Landeanflug in Turbulenzen. Alle drei blieben unverletzt.

Im Gleitschirmfliegen ereignen sich die meisten Unfälle statistisch gesehen in den beiden Phasen mit direktem Bodenkontakt, also beim Start und bei der Landung.

Die Startphase ist besonders unfallträchtig, weil der Pilot hier den Übergang vom Fussgänger zum Flieger bewältigt und der Schirm erst volle Strömung aufbauen muss. Häufige Ursachen sind unvollständige Vorbereitungen oder Startkontrollen, wodurch Leinenverdrehungen erst beim Anlaufen bemerkt werden. Auch eine falsche Einschätzung des Windes, ein zu zaghaftes Anlaufen im steilen Gelände oder ein vorzeitiges Abheben, bei dem die Strömung am Schirm wieder abreisst, führen in dieser Phase zu gefährlichen Abstürzen oder zum Zurückfallen in den Hang.

Die Landephase ist die zweite grosse Gefahrenquelle, da sich der Pilot wieder in unmittelbarer Nähe zum harten Boden befindet und die Toleranz für Fehler gegen null sinkt. Viele Unfälle passieren hier durch ein falsches Einschätzen der Windverhältnisse am Landeplatz oder durch ein missglücktes Landeeinteilungsmanöver. Ein klassischer Fehler ist das zu tiefe und abrupte Kurvenfliegen im Endanflug, was zu einem unkontrollierten Strömungsabriss nahe am Boden führt. Auch das ungenaue oder zu frühe Abbremsen des Schirms kurz vor dem Aufsetzen sorgt regelmässig für harte Landungen mit Verletzungen an Beinen und Wirbelsäule.

In der eigentlichen Flugphase in grosser Höhe passieren zwar weniger Unfälle, diese enden wegen der potenziellen Absturzhöhe aber oft folgenschwerer. Hier sind es meist klappende Schirme durch starke Turbulenzen oder thermische Ablösungen, die der Pilot nicht mehr rechtzeitig stabilisieren kann. gh

Mehr aus dieser Gemeinde
Kommentare (0)