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Kolumne «Übrigens»

«Gefährliche» Fans

Redaktionssekretärin Sandra Limacher
Bild: zvg

Ich kann es nicht leugnen, unsere Kids sind unihockeyverrückt. Alle drei freuen sich, wenn sie im Winter die Hallen unsicher machen und mit dem Stock so einiges anstellen dürfen.

Als Eltern ist man so automatisch auch dabei und fährt die Kids herum, fiebert an den Spielen mit und tauscht sich mit den anderen Leidensgenossen aus. Mit der Zeit ist man eine richtig eingeschworene Gemeinschaft: Man weiss, wer von den Eltern den Fotoapparat für die coolsten Bilder dabeihat, mit Essen ausgerüstet ist, am lautesten anfeuern kann oder sich speziell engagiert.

Ab und zu gibt es auch Eltern, die sich nicht im Griff haben und Anfeuern mit Pöbeln verwechseln. Leider. Mitfiebern gehört dazu, aber bitte mit Anstand und Fairness.

Ich gebe aber zu, dass ich bei den Spielen auch immer voll mitfiebere. Seit dem letzten Wochenende weiss ich jedoch: Es kann in meiner Umgebung auch gefährlich werden, auch wenn ich mich nicht wirklich als Hooligan bezeichnen möchte.

An den Aufstiegsspielen meiner Tochter wollte ich zeigen, welches Team ich unterstütze. Und als «richtiger» Fan hatte ich mich mit Glocken von meinem Grossvater ausgerüstet. Leider hatte ich nicht berücksichtigt, dass die Glocken schon länger nicht mehr in Gebrauch waren. Durch die plötzliche, intensive Nutzung riss das Lederband – und die Glocke flog im hohen Bogen auf die unteren Sitze der Tribüne.

Zum Glück flog die Glocke nicht auf die Spielfläche und traf weder einen Schiedsrichter noch einen Fan des gegnerischen Teams. Verletzt hat sich niemand, aber die Lacher waren gross, und meine Rolle im «Eltern-Team» ist jetzt auch definitiv geklärt: immerhin kein Hooligan, aber ein Fan mit grossem, lautstarkem und ab und zu gefährlichem Engagement.

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