Eine aufmerksame Automobilistin schlug am frühen Dienstagmorgen kurz vor 5.45 Uhr Alarm, weil auf der Autobahn A1 in Fahrtrichtung Bern zwei Autos ohne Kontrollschilder unterwegs waren. Eine Polizeipatrouille konnte die beiden im Kanton Schwyz gestohlenen Fahrzeuge auf Höhe Deitingen sichten und nahm unverzüglich mit weiteren Kräften die Verfolgung auf.
Die beiden Fluchtfahrzeuge verliessen die Autobahn schliesslich bei Kriegstetten. Die Kantonspolizei Solothurn schildert die dortige Eskalation wie folgt: «Beim Versuch, die Autos anzuhalten, kam es zu einer Kollision mit einem Patrouillenfahrzeug.»
Trotz des Zusammenstosses setzte sich die Flucht kurzzeitig fort, fand dann aber ein rasches Ende. Der Fahrer des gestohlenen BMW verursachte in einem Kreisel einen Selbstunfall und konnte dank der beherzten Mithilfe von Bauarbeitern gefasst werden. Das zweite Fahrzeug, der Audi, wurde kurz darauf verlassen aufgefunden.
Um den flüchtigen zweiten Täter zu stellen, leitete die Polizei eine intensive Suchaktion ein. Zum Aufwand der Fahndung erklärt die Kantonspolizei Solothurn: «Im Verlauf der umgehend eingeleiteten Fahndung, bei welcher unter anderem zwei Polizeihunde und zwei Drohnen zum Einsatz kamen, konnte schliesslich auch der mutmassliche Lenker dieses Autos angehalten werden.»
Die beiden jungen Männer, deren Identitäten derzeit noch geklärt werden müssen, wurden für weitere Ermittlungen vorläufig festgenommen. Die Untersuchungen müssen nun zeigen, wie genau der Garageneinbruch auf Schwyzer Kantonsboden abgelaufen ist. Während der polizeilichen Sachverhaltsaufnahme und Spurensicherung stand die örtliche Solothurner Feuerwehr für Strassensperrungen im Einsatz.
In der Schweiz verzeichnen die Behörden seit dem Jahr 2025 eine massive Zunahme von Einbrüchen in Autogaragen und Autohäuser, bei denen gezielt Fahrzeuge des oberen Preissegments gestohlen werden. Hinter diesen Taten stecken in der Regel professionelle, international agierende Netzwerke, die das Modell «Crime-as-a-Service» betreiben. Die Drahtzieher dieser kriminellen Organisationen sitzen oft im Ausland, vor allem in Frankreich, und rekrutieren über soziale Medien wie Snapchat gezielt junge Männer für die Ausführung der Diebstähle.
Diesen jungen Tätern werden für eine erfolgreiche Überführung eines Luxusautos hohe Geldbeträge versprochen, die von 500 bis zu 10000 Euro reichen können. Da die Ausführenden lediglich über Messenger-Dienste instruiert werden, kennen sie die eigentlichen Hintermänner nicht, was die polizeilichen Ermittlungen nach den Auftraggebern erheblich erschwert. Die Täter brechen meist nachts in die Garagenbetriebe ein, suchen vor Ort nach den deponierten Originalschlüsseln und fahren die hochpreisigen Autos anschliessend über die Grenze. Die gestohlenen Fahrzeuge werden danach oft in den Nahen Osten geschmuggelt oder sie kommen bei gewaltsamen Auseinandersetzungen rivalisierender Banden im Ausland zum Einsatz.
Ein Hauptgrund für die anfänglich hohe Erfolgsquote dieser Banden war die Tatsache, dass viele Garagenbetriebe die Autoschlüssel ungesichert in den Fahrzeugen oder leicht zugänglich in den Büros aufbewahrten. Mittlerweile haben das Bundesamt für Polizei und verschiedene Kantonspolizeien nationale Taskforces gebildet und weitreichende Präventionskampagnen gestartet. Garagisten werden dazu angehalten, Schlüssel konsequent in Tresoren wegzuschliessen und die Ausfahrten der Einstellhallen physisch mit Betonblöcken oder quergestellten Fahrzeugen zu blockieren. gh

Kommentare
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Der Einbruch war in Ingenbohl-Brunnen beim ehemaligen "FLAB-RUAG" Gelände. Immer mehr ausländische Banden kommen dank lascher Grenzkontrollen bis in die Zentralschweiz um Auftragsdiebstähle zu machen.
Nur mehr Grenzschutz wie auch harte Strafen könnten da Abhilfe bringen.