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Morgarten-Spiele

Es geht um ein Luxusresort beim Morgarten-Denkmal

Nach 2015 führt der Verein Big Bang erneut ein «Morgarten-Spektakel» auf. Geplant sind 19 Aufführungen.
Riesiger Schrecken oder grosser Profit: Ein Luxusresort direkt beim Morgarten-Denkmal erhitzt die Gemüter im neuen Theaterspektakel.
Bild: zvg

Wie reagieren die Anwohner und die Öffentlichkeit, wenn an einem historisch breit besetzten Standort, in einer Landschaft mit mythologischer Vergangenheit, plötzlich Baugespanne stehen? Wie zum Beispiel vor 170 Jahren auf dem Rütli, als ein Hotelkomplex verhindert werden musste. Der Aufruhr ist programmiert. So auch im Ägerital, wenn beim Morgarten-Denkmal ein gigantisches Luxusresort erstellt werden soll.

Diese Thematik liefert den spannenden Stoff für das im kommenden Sommer geplante zweite Morgarten-Theaterspektakel. Es knüpft natürlich an den Erfolg der Aufführungen im Morgarten-Jubiläumsjahr 2015 an, aber ist völlig neu konzipiert worden. Damals bildete «Der Streit geht weiter» das Motiv, jetzt geht es um die Frage, was mit einer Gesellschaft, einem Tal, einem Dorf passiert, wenn die Geschichte, die Landschaft und die Zukunft aufeinanderprallen.

Brisantes und aktuelles Thema

Den Anstoss zu diesem erneuten Morgarten-Spektakel hat der Vorstand von Ägerital-Sattel-Tourismus mit einer Anfrage geliefert. Der Trägerverein «Big Bang» hat sich an den Erfolg vor elf Jahren erinnert und konnte auf ein motiviertes Team vertrauen und hat so das Spielkonzept entwickelt. Es konzentriert sich auf jene Spannung, wenn historische Konflikte – wie beim damaligen Bau des Morgarten-Denkmals – auf heutige Begehrlichkeiten und den Siedlungsdruck stossen. Durch eine aktuelle Auseinandersetzung um eine Luxusliegenschaft am Ägerisee ist das neue Stück zudem in den letzten Monaten in eine Brisanz hineingerutscht, die man gar nicht erwartet hatte, aber auch symptomatisch ist.

Das Stück ist von Autor Paul Steinmann, Rikon, und der Küssnachterin Annette Windlin entwickelt worden. Windlin führt auch diesmal wieder Regie. Die Dramaturgie ergibt sich aus der Auseinandersetzung vor Ort: Eine Mehrheit der fiktiven Gemeindeversammlung sieht den Profit aus diesem Luxusprojekt und stimmt zu, andere hingegen schöpfen Verdacht und gehen in den Widerstand. Im Hintergrund spielt der kluge Blick auf die Schweiz und unser Verhalten mit, feine Ironie verbindet die Vergangenheit mit der Gegenwart.

Sehr breite Unterstützung

Aufgrund der guten Erfahrungen mit bisherigen Inszenierungen kann sich die Trägerschaft des Vereins Big Bang erneut auf breite Unterstützung verlassen. Das Theaterprojekt am Ägerisee wird von den Kantonen Schwyz, Zug und Luzern, den Gemeinden Oberägeri, Unterägeri und Sattel sowie von 13 Stiftungen und einer sehr grossen Anzahl von Sponsoren verschiedener Kategorien sowie Gönnern unterstützt. Ohne sie wäre das Projekt nicht zu verantworten. Die Veranstalter kalkulieren mit einem Budget von 1,1 Millionen Franken. Vor allem der Bereich Bau und Bühnentechnik fallen kostenmässig stark ins Gewicht.

Seit einem Monat ist die Probenarbeit im Gange. Engagiert sind 40 Laiendarstellerinnen und -darsteller. Geprobt wird an verschiedenen Orten, so im Schulhaus Eggeli in Sattel, in der Pädagogischen Hochschule Schwyz in Goldau und seit dieser Woche und bei gutem Wetter auch im künftigen Spielgelände beim Morgarten-Denkmal oder dann in der dortigen Morgartenhalle.

Die Premiere ist auf Freitag, 7. August, angesetzt, mit einem Ersatztermin am Tag danach. Geplant sind danach weitere 18 Aufführungen mit der Dernière am 19. September. Weiter sind – um auf die Wettersituation reagieren zu können – sechs Ersatzaufführungen möglich. Der Vorverkauf für alle Aufführungen ist soeben eröffnet worden.

Tribüne für 400 Personen

Die Freilicht-Aufführungen werden erneut am arenaartigen Hang des Buechwäldligütsch beim Morgarten-Denkmal gezeigt. Die Tribüne ist kleiner als 2015 und wird pro Aufführung Platz für 400 Personen bieten. Im Angebot stehen so 7600 Sitzplätze. Man kalkuliert mit einer Auslastung von 75 Prozent, was aufgrund der Erfahrungen aus der letzten Spielzeit vor elf Jahren sicher zu erreichen ist.

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