Als Carol Meroni vor zehn Jahren ihren zweiten Sohn zur Welt brachte, war schnell klar, dass sein linker Fuss anders war als der rechte. «Ich habe den Fuss gesehen und gewusst, dass hier etwas nicht stimmt», erinnert sich die Ausserschwyzerin. Die Diagnose Klumpfuss bestätigte sich kurz nach der Geburt. Diese Fussfehlstellung kam für die Familie unerwartet.
Damals fand Carol Meroni kaum Literatur oder kindgerechte Erklärungen zu diesem Thema. «Ich wollte ein Buch, das mich anspricht und abholt. Aber so etwas gab es nicht», erzählt die Wangnerin. Deshalb entstand die Idee, selbst ein Buch zu schreiben. «Es war mir wichtig, meinen Kindern und meinem Umfeld zu erklären, was ein Klumpfuss ist.»
Mit der Situation überfordert
Aus diesem Gedanken entstand das Kinderbuch «Meine besonderen Füsse». Es erzählt die Geschichte zweier Familien, deren Babys mit Klumpfüsschen geboren werden, von der Geburt bis zum Ende der Therapie. Fachmännisch verpackt erklärt das Buch die zwei gängigen Behandlungsmethoden Ponseti und Bonnet Dimeglio. «Das Buch soll betroffenen Familien eine Stütze sein, Mut machen und zeigen, dass sie nicht allein sind», sagt sie.
Der Weg bis zur Veröffentlichung war allerdings lang. Fast zehn Jahre dauerte es vom ersten Gedanken bis zum fertigen Buch. Die ersten Jahre nach der Geburt ihres Sohnes waren geprägt von Arztbesuchen und grosser Belastung. Mehrmals pro Woche fuhr sie mit ihrem kleinen Sohn nach Zürich ins Spital. «Ich war immer im Stress und mit der Situation überfordert», erzählt sie offen. Dadurch blieb ihr nichts anderes übrig, als ihren Beruf aufzugeben und die volle Verantwortung für den Fuss und die Gesundheit ihrer Familie zu übernehmen.
Besonders belastend war für Carol Meroni die Schienenzeit. Zunächst erhielt ihr Sohn die klassische Ponseti-Schiene – ein System aus zwei verbundenen Schuhen auf einer Metallstange. «Im Alltag musste man dadurch sehr flexibel sein, denn diese Stange war oft im Weg», sagt sie. Schliesslich entschied sie sich für eine individuell angepasste Orthese nach Bonnet Dimeglio.
Heute benötigt ihr jüngerer Sohn keine Schiene mehr. «Man sieht ihm, wenn man es nicht weiss, auch nichts mehr an», erzählt Meroni. Er sei ein bewegungsfreudiges, energiegeladenes Kind und treibe gerne Sport. Dennoch bleibe der Fuss seine lebenslange Aufgabe. «Die Füsse sollen uns ja möglichst schmerzfrei durchs Leben tragen.»
«Steh dazu und mach das Beste draus»
Mit ihrem Buch richtet sich Meroni bewusst an Kinder und Familien. «Mir war wichtig, dass es ein Sachbuch ist», erklärt sie. Besonders Mütter würden oft die Hauptverantwortung tragen und seien emotional stark belastet.
Die Geschichte basiert zwar auf ihren eigenen Erfahrungen, ist jedoch fiktionalisiert, und auf KI wurde bewusst verzichtet. Verschiedene Lebensmodelle und Lebensrealitäten sollten darin Platz finden.
Dass sie einmal ein Buch schreiben würde, hat sie selbst nie geplant. «Ich war nie eine gute Schülerin, jedoch kreativ und ideenreich. Und wenn ich an mich glaube, kann ich viel erreichen. Ich konnte nichts verlieren, nur gewinnen», betont die Wangnerin, die heute auch anderen Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite steht. Ihr wichtigster Rat lautet: «Dein Fuss-Weg ist dein persönlicher Weg. Steh dazu und mach das Beste draus.»

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