«Zum Ersten, zum Zweiten … zum Dritten!» Das Rathaus II an der Wollerauer Bahnhofstrasse 4 gehört nun nicht mehr dem Bezirk Höfe. Das Gebäude wurde am Freitagnachmittag wie geplant öffentlich versteigert. Für Steigerungsleiter Christian Marty, Gemeindepräsident von Wollerau, und seine Crew war es eine kurze Übung.
Rund 50 Personen, darunter mehrere Behördenvertreter, waren in den Saal des Restaurants Erlenmoos gekommen, um der Steigerung beizuwohnen. Die meisten – das heisst, alle bis auf zwei – kamen aus «Gwunder», wie dann beim Steigern offenkundig wurde. Die Schaulustigen erlebten keinen Bieterkrimi, Spannung kam nur ganz kurzzeitig auf.
Nur ein Bieterpaar meldet sich
Zu Beginn verlas Gantrufer David Stössel routiniert mehrere Minuten lang die Gantbedingungen. Voraussetzung für einen gültigen Erwerb sei unter anderem, dass nach dem Zuschlag ein Bankcheck über 7,6 Millionen Franken vorgelegt werden könne.
Sodann fragte er in die Runde, ob jemand mitbieten wolle, und rief die Startsumme von 7,6 Millionen Franken aus. «Zum Ersten, zum Zweiten …» Keine Reaktion. Einen Moment lang schien es so, dass der Bezirk mit seiner Schätzung des Gebäudewertes zu hoch gepokert hatte. Nochmals fragte Stössel an, und siehe da, ein älterer schlanker Herr mit kurzen grauen Haaren hob die Hand. «Dieter und Verena Höppli», sagte der Kaufwillige und fügte die Wohnadresse in Wollerau an.
Eine gute Investition?
Das Ehepaar Höppli nahm vorne bei der Versteigerungscrew Platz, wo die Formalitäten geprüft wurden. Nach kurzer Zeit konnte Christian Marty verkünden, dass der Verkauf des Rathauses II erfolgen könne. Applaus aus dem Publikum, und die Versteigerung war nach rund 45 Minuten unter Dach und Fach.
Die neuen Besitzer, seit 2020 in Wollerau ansässig, wollten ihren Kauf nicht gross kommentieren. Am Rande gab Herr Höppli, selbst mit langjähriger Bank- und Investmenterfahrung, zu verstehen, dass der Schätzpreis seiner Ansicht nach zu hoch gewesen sei – insbesondere weil die Immobilie noch für die nächsten fünf Jahre vom Kanton Schwyz gemietet ist für die Staatsanwaltschaft. Was mit der Liegenschaft danach passiere, werde man sehen, so Höppli. Grundsätzlich ist das Gebäude als Wohnhaus konzipiert worden. Um es als solches zu nutzen, wären Investitionen nötig.
Die 7,6 Millionen für das Gebäude sind definitiv kein Pappenstiel, können sich auf lange Sicht jedoch auszahlen. Insbesondere in Zeiten von Nullzins und möglichen Negativzinsen war das Rathaus II mitten in Wollerau keine schlechte Kaufgelegenheit.
Mit dem Verkaufserlös will der Bezirk Höfe Schulden abtragen. Dieses Vorgehen hatte das Stimmvolk im September des vergangenen Jahres an der Urne klar gutgeheissen.


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