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Schwyz

Die Freiheiten einer Frau

Im Chupferturm in Schwyz wurde am Samstag ein Stück, welches Henrik Ibsen vor 140 Jahren mit der Frauenfigur Nora inszenierte, ins 2024 geholt. Die Luzerner Theatergruppe Grenzgänger führte eine neue Nora vors Publikum und brachte dieses zum Lachen.
Humorvoll, witzig und kreativ: So begeisterten die drei das Publikum letzten Samstag.
Bild: Sarah Zimmermann
Das Bild der Hausfrau und Mutter.
Bild: Sarah Zimmermann
«Glücklich bin ich noch nie gewesen, ich glaubte es, aber ich war es nicht.»
Bild: Sarah Zimmermann
Vera Bommer (von links), Fabienne Trüsse und Kathrin Veith der Luzerner Theatergruppe Grenzgänger begeisterten das Publikum mit ihrer Darbietung.
Bild: Sarah Zimmermann

Die Kleintheaterbühne im Chupferturm schien perfekt für die drei Frauen zu sein. Diese nahmen die Bühne nicht nur komplett ein, sondern fesselten das Publikum. Mit viel Humor und Witz versuchten die drei herauszufinden, weshalb Nora, Frau und Mutter, ihre Familie verliess.

Drei unterschiedliche Frauentypen und drei unterschiedliche Geschichten. Im Verlaufe des Abends fanden sie heraus, dass sie alle Nora sind: Eine Frau der Selbstbestimmung. Sie wollen das Rollenbild der Frauen aus den Köpfen verdrängen und ihnen zeigen, dass sie selbst entscheiden können. Frauen müssen dünner werden, Dessous kaufen, sich auf den Tischen räkeln, tanzen und dann werden sie für eine Jüngere verlassen. «Ich setze dann einfach die Pille ab, dann bleibt er schon bei mir.» Wir Frauen wollen Kinder haben und zu Hause bleiben, um für sie da zu sein. Will sie das nicht, wird sie verurteilt. «Wir müssen erschaffen und aufhören, uns erschaffen zu lassen.» Die drei Frauen kommen zum Schluss, dass Gleichberechtigung nicht ausreicht, sie brauchen Gleichverpflichtung. Vera Bommer, Kathrin Veith und Fabienne Trüsse bekamen einen grossartigen Applaus vom Publikum.

Dieser Abend war organisiert durch Herzstücke, ein Engagement des Migros-Kulturprozents. Verena Randall begrüsste das Publikum und stellte das Projekt vor. Das Migros-Kulturprozent ist eine der grössten Kulturförderinstitutionen in der Schweiz, welche jährlich 140 Millionen Franken an Kultur, Sport und Soziales spendet. So können professionelle Theaterproduktionen aus der Umgebung auf unterschiedlichen Bühnen die Stücke länger und öfters aufführen. Meist übernehmen sie Teilgagen oder sogar ganze Gagen, um den Kunstschaffenden die Wertschätzung entgegenzubringen.

Trotz des eher schlechten Vorverkaufs war der Saal am Abend gefüllt. An Tischen mit romantischem Kerzenlicht konnten sich die Gäste niederlassen. Ein gemütliches Ambiente, in dem sich Theaterliebhabende versammeln konnten, um dem Stück «Nora», inszeniert durch Bettina Glaus, zuzuhören.

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