Am Sonntagnachmittag, 22. Juni, stürzte ein Berggänger am Grossen Mythen vom offiziellen Weg aus mehrere hundert Meter in die Tiefe und verstarb aufgrund der erheblichen Verletzungen (wir berichteten). Inzwischen konnte die Identität des Mannes geklärt werden.
Beim Verunglückten handelt es sich laut Angaben der Kantonspolizei Schwyz um einen 60-jährigen deutschen Staatsangehörigen. Bei der Identifizierung halfen elektronische Kontaktdaten weiter. Der Mann hatte mit seiner Kreditkarte vor dem tödlichen Abstieg auf dem Gipfel Postkarten gekauft. Schon am ersten Tag war klar, dass die Spur ziemlich sicher nach Deutschland führen würde.
«Es sind jedes Jahr sehr viele Menschen am Mythen unterwegs. Allein schon am Grossen Mythen sind es pro Sommer rund 50’000 Berggängerinnen und Berggänger, die den Gipfel besteigen. Die Unfälle sind am Mythen aber sofort fatal, weil das Gelände steil und zum Teil auch anspruchsvoll zum Passieren oder Klettern ist», sagte kürzlich Remo Bianchi, Präsident SAC Mythen, in einem «Bote»-Interview. Und weiter: «In den Bergen und damit auch am Mythen gilt Eigenverantwortung. Man kann sich vorher auf dem Tourenportal des SAC oder mittels anderer Führerliteratur über die Schwierigkeiten und Gefahren der einzelnen Touren erkundigen und muss dann selber einschätzen, ob man sich das zutraut. Da gibt es auch andere Wanderwege oder Routen zu finden, die den eigenen Fähigkeiten allenfalls besser passen.»
Die Wanderung auf den Grossen Mythen (1899 m ü. M.) ab Holzegg ist als anspruchsvolle Bergwanderung (T3 nach SAC-Skala) einzustufen. Sie ist zwar gut ausgebaut und an exponierten Stellen mit Ketten gesichert, aber der Weg ist steil und beinhaltet 47 Kehren. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind unerlässlich. Kletterausrüstung ist nicht notwendig. Bei Nässe kann der Weg sehr rutschig und gefährlich sein, daher sollte man ihn nur bei trockenen Verhältnissen begehen. gh

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